ernst die Lage ist. Landesbeschäftigte untermauerten ihre Forderungen gegenüber den öffentlichen Arbeitgebern mit Demo und ganztägigem Warnstreik. In ihrer Freizeit hatten die Kundgebung auch zahlreiche Beamtinnen und Beamte besucht. dbb-Landeschef Thomas Treff forderte die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des zu erreichenden Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich: „Signale wie die aus Bayern, die Übertragung ein halbes Jahr zu verzögern, machen euch zu Recht wütend.“ Ebenfalls am 22. Januar haben Beschäftigte der Straßenverkehrsdienste drei Straßentunnel in Niedersachsen bestreikt. Die betroffenen Kolleginnen und Kollegen machten ihrer Enttäuschung vor dem Butterbergtunnel in Osterode Luft. Alexander Zimbehl, 1. Landesvorsitzender des dbb niedersachsen, wies auf steigende Lebenshaltungskosten hin: „Die Einkommen halten damit nicht Schritt. Die Landesregierung muss denjenigen, die unser Land täglich am Laufen halten, auskömmliche Gehälter garantieren, besonders in den unteren Einkommensgruppen.“ Hermann-Josef Siebigteroth, Bundesvorsitzender der Fachgewerkschaft der Straßen- und Verkehrsbeschäftigten (VDStra.), kritisierte strukturelle Probleme: „Beschäftigte im Straßen- und Verkehrswesen werden je nach Arbeitgeber unterschiedlich bezahlt, trotz vergleichbarer Verantwortung, Qualifikation und Belastung. Es ist inakzeptabel, dass diese systemrelevante Arbeit unterschiedlich vergütet wird.“ Nach tagelangen Warnstreiks in ganz Sachsen kamen am 29. Januar 2026 2 500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Dresden zusammen. Der dbb-Bundesvorsitzende Volker Geyer kritisierte die Rhetorik der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL): „Wir mussten uns anhören, dass unsere Forderungen ‚astronomisch‘ seien. Das eigentliche Astronomische am öffentlichen Dienst sind aber die Überstundenberge, die die Kolleginnen und Kollegen anhäufen müssen, weil ihnen stetig neue Aufgaben übertragen werden.“ Am Vortag hatten über 500 Beschäftigte in Magdeburg demonstriert. Maik Wagner, dbb-Vize und Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Sozialversicherung (GdS), machte deutlich: „Wir erwarten zu Recht ein wertschätzendes Angebot.“ Zugleich betonte er die besondere Verantwortung der Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst: „Wir sorgen 365 Tage im Jahr für Sicherheit in unserem Land.“ Ulrich Stock, Landesvorsitzender des dbb sachsen-anhalt, kritisierte die Haltung der Länder deutlich: „Attraktivität eines Arbeitgebers beginnt bei der Entlohnung.“ Am 3. Februar demonstrierten unter dem Motto „Jetzt geht’s um die Wurst“ zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Erfurt. Milanie Kreutz, stellvertretende dbb-Bundesvorsitzende und Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, betonte auf der Kundgebung: „Wir fordern das, was wir verdienen. Das Einkommen der Beschäftigten muss konkurrenzfähig sein und mit der Inflation mithalten können – mindestens.“ Der Landesvorsitzende des thüringer beamtenbundes (tbb), Frank Schönborn, ergänzte: „Wer Fachkräfte anwerben und halten will, muss anständig entlohnen.“ Wenn die Länder nicht in ihre Beschäftigten investieren, nehme langfristig nicht nur der öffentliche Dienst Schaden, warnte dbb-Chef Volker Geyer am 4. Februar 2026 in Hannover. Ohne konkurrenzfähige Einkommen würden noch mehr Kolleginnen und Kollegen in die Privatwirtschaft abwandern. Zeitgleich demonstrierten auch in Mainz 2 500 Beschäftigte. „Ständig beschließt die Politik neue Aufgaben, die Beschäftigten in praktisch allen Teilen des öffentlichen Dienstes sind permanent überlastet. Da ist eine angemessene Erhöhung der Einkommen das absolute Minimum, das die Kolleginnen und Kollegen erwarten dürfen“, sagte dort dbb-Tarifchef Andreas Hemsing. Die Vorsitzende des dbb rheinland-pfalz, Lilli Lenz, stellte klar, dass die Landesregierung einen möglichen Tarifabschluss auf die Beamtinnen und Beamten des Landes und der Kommunen übertragen muss. Am 5. Februar zog es 4 800 Beschäftigte in Stuttgart auf die Straße. Der BBW-Landesvorsitzende Kai Rosenberger unterstrich: „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sind die Grundlage für einen Hannover, 26. Januar Madgeburg, 26. Januar Nürnberg, 2. Februar Hamburg, 22. Januar © Friedhelm Windmüller © Friedhelm Windmüller © Friedhelm Windmüller © Anne Oschatz AKTUELL 7 dbb magazin | März 2026
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