dbb magazin 3/2026

TARIFPOLITIK Einkommensrunde öffentlicher Dienst der Länder Die Länder halten den Anschluss Am 14. Februar 2026 haben sich der dbb und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) in Potsdam auf einen Kompromiss im Tarifstreit geeinigt. Tarifbeschäftigte der Länder erhalten 5,8 Prozent mehr Geld. Einheizen vor der dritten Verhandlungsrunde: dbb-Chef Volker Geyer mit demonstrierenden Kolleginnen und Kollegen in Potsdam. Ein Arbeitsvorgang umfasst alle Aufgaben, die zusammengehören, um ein bestimmtes Arbeitsergebnis zu erzielen. Dabei müssen die einzelnen Arbeitsschritte nötig sein, um ein Ergebnis zu erreichen. Sie können dabei unterschiedlich schwierig sein und verschiedene Fachkenntnisse erfordern. In jedem Falle ist das Gesamtergebnis entscheidend, nicht die einzelnen Schritte. Für die Eingruppierung gilt: Ein Arbeitsvorgang bestimmt die Entgeltgruppe, wenn er mindestens 50 Prozent der Arbeitszeit ausmacht. Wichtig dabei: Wenn ein Arbeitsvorgang anspruchsvolle Anforderungen enthält, zählt das für den gesamten Arbeitsvorgang und nicht nur für den kleinen Zeitanteil der schwierigen Tätigkeit. Den Arbeitsvorgang wollte die TdL als Hebel nutzen, um umfangreiche Herabgruppierungen durchzusetzen. Vor Gericht hat die TdL mit ihrem „Kahlschlag-Ansatz“ bereits Schiffbruch erlitten. Im Zuge der Verhandlungen sollten die Gewerkschaften einer Änderung der Protokollerklärung zu § 12 TV-L zustimmen und damit der TdL die Möglichkeit eröffnen, unzählige Kolleginnen und Kollegen herabzugruppieren. Das hat der dbb abgelehnt und damit in Kauf genommen, dass sich die TdL daraufhin konstruktiven Verhandlungen zu anderen drängenden Themen verweigert hat. Mit dem Vorgehen der TdL hätten viele Beschäftigte massive Einbußen erlitten und der TV-L wäre im Wettbewerb um zukünftige Fachkräfte im Vergleich zum TVöD massiv ins Hintertreffen geraten. Der Arbeitsvorgang Unsere Beharrlichkeit und Geschlossenheit haben den Durchbruch gebracht“, sagte dbb-Chef und Verhandlungsführer Volker Geyer in Potsdam. Der zuvor erzielte Tarifkompromiss für den öffentlichen Dienst der Länder sieht eine lineare Entgelterhöhung um 5,8 Prozent und weitere strukturelle Verbesserungen vor. „Natürlich ist das ein Kompromiss und nicht alle unsere Forderungen konnten umgesetzt werden“, erklärte Geyer. „Die Ergebnisse bedeuten aber konkrete und nachhaltige Verbesserungen für unsere Kolleginnen und Kollegen – und das in einer extrem schwierigen politischen und wirtschaftlichen Gesamtsituation. Dass die Einkommen spürbar steigen, ist enorm wichtig für die Menschen, die dieses Land rund um die Uhr am Laufen halten.“ Knackpunkt Arbeitsvorgang Die dbb-Verhandlungs- und dbb-Bundestarifkommission hatten sich die Entscheidung, dem Tarifkompromiss zuzustimmen, nicht leicht gemacht, folgten am Ende aber der Einschätzung von dbb-Tarifchef Andreas Hemsing. „Das Einigungspaket hilft uns 4 AKTUELL dbb magazin | März 2026

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