dbb magazin 1-2/2026

Flächendeckende Streiks angekündigt Der dbb hat flächendeckende Streiks bei der Autobahn GmbH angekündigt. Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 6. Februar 2026 rief dbb Fachvorstand Tarifpolitik Andreas Hemsing die von den Verhandlungen betroffenen Beschäftigten zu „unbequemen Zeiten für die Autobahn GmbH“ auf. „Zuletzt gab es viele Worte, aber kaum Konkretes und letztlich kein Angebot. Damit sich das ändert, setzen wir am 20. Januar 2026 ein klares Zeichen mit einem flächendeckenden Streik.“ Dies solle verdeutlichen, wie wichtig die Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen bei der Autobahn GmbH für die Bürgerinnen und Bürger und für eine intakte Infrastruktur ist. In den Verhandlungen geht es den Beschäftigten um 7 Prozent mehr Lohn bei einem Mindestbetrag von 300 Euro als sozialer Komponente. Auch die Ausbildungsentgelte müssen um 300 Euro steigen. Bei erfolgreichem Abschluss der autobahninternen Ausbildung muss die Übernahme in die Erfahrungsstufe 2 erfolgen. Weiter erwartet der dbb die Einführung einer betrieblichen Krankenzusatzversicherung und die volle Bezahlung von höherwertigen Tätigkeiten ab dem ersten Tag der Übernahme. Im Bild: Beschäftigte auf der zentralen Kundgebung vor der Zentrale der Autobahn GmbH in Berlin. Weitere Kundgebungen gab es auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Tarif Autobahn GmbH Gesundheitspolitisches Gespräch Grundlegende Reformen notwendig Alle demokratischen Bundestagsfraktionen müssen jetzt an einem Strang ziehen, sonst profitiert auch in der Gesundheitspolitik nur der Populismus. Das hat der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Maik Wagner gegenüber dem gesundheitspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen deutlich gemacht. Es sei nicht keine Zeit für parteipolitische Spitzfindigkeiten, so Wagner im Gespräch mit Janosch Dahmen am 16. Januar 2026 in Berlin. Das gelte vor dem Hintergrund des zunehmenden Erstarkens der politischen Ränder mehr denn je: „Gesundheit und Pflege werden zunehmend zum Thema in den Landtagswahlkämpfen. Populisten nutzen das politische Hin und Her aus, um Menschen zu verängstigen und zu verunsichern. Da ist von massenhaftem Kliniksterben auf dem Land, höheren Zuzahlungen für Arzneimittel, Einschränkung der Arztwahl durch Einführung eines Primärarztsystems, aber auch von Verschärfungen bei der Pflegegradeinstufung die Rede. Und auch wenn Populisten keine Lösungen anbieten können, verfängt die Panikmache. Hier muss gezielt mit nachhaltigen Reformen und nicht mit Flickschusterei geantwortet werden.“ Auch die Finanzen in der Kranken- und Pflegeversicherung waren Gegenstand des Gesprächs. Pflege wird leider viel zu häufig als lästiger Kostenfaktor gesehen. Der dbb-Vize unterstrich in diesem Zusammenhang: „Kranken- und Pflegeversicherung sind eine ganz bedeutende sozialpolitische Errungenschaft, die zumindest in Teilen von der Gesellschaft getragen werden müssen.“ Deshalb war man sich einig, dass versicherungsfremde Leistungen, wie auskömmliche Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger, die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen oder auch die Rentenversicherungsbeiträge für pflegende Angehörige, aus Steuermitteln zu tragen seien. Eine sogenannte solidarische Bürgerversicherung nannte Wagner in diesem Zusammenhang destruktiv für das Gesamtsystem. _ Gesellschaftliches Engagement gewürdigt Bundespräsident FrankWalter Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender haben rund 60 ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Kultur und Zivilgesellschaft empfangen. Unter den Gästen war auch der dbb Bundesvorsitzende Volker Geyer. Der traditionelle Neujahrsempfang des Bundespräsidenten ist ein Ausdruck der Wertschätzung von Ehrenamt und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Eingeladen wurde erstmals 1951. Damals fand der Neujahrsempfang unter Bundespräsident Theodor Heuss in der Villa Hammerschmidt in Bonn statt. In seiner Ansprache im Schloss Bellevue in Berlin betonte der Bundespräsident am 9. Januar 2026 die Bedeutung des Ehrenamts als Rückgrat der Demokratie und dankte den Gästen mit den Worten: „Sie alle machen unser Land jeden Tag ein kleines Stück besser.“ Neujahrsempfang im Schloss Bellevue © Bundesregierung/Steffen Kugler Model Foto: Peopleimages.com/Colourbox.de © Maximilian Gödecke AKTUELL 5 dbb magazin | Januar/Februar 2026

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