dbb magazin 1-2/2026

SENIOREN © Layla Ait Laaraj/Unsplash Digitale Teilhabe Bedienoberflächen im Fokus In einem Impulspapier fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) eine nutzerfreundliche Gestaltung digitaler Geräte für alle Generationen. Wahrscheinlich haben es die meisten schon einmal erlebt: das Gefühl, dass der eigene Zeigefinger zu dick ist, um das Smartphone zu benutzen, oder dass man das neue, schicke Tablet, das die Enkel einem gerade zu Weihnachten geschenkt haben, zwar an- und wieder ausschalten kann, dass es aber für sonst nichts zu gebrauchen und ein Buch mit sieben Siegeln ist. Dabei war das Gerät als „intuitiv“, also als sich selbsterklärend, angepriesen worden. „Digitale Anwendungen auf Smartphones, Tablets und anderen mobilen Endgeräten müssen die Bedürfnisse und Lebensrealitäten älterer Menschen berücksichtigen“, fordert deshalb die BAGSO, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e. V., in einem noch Ende 2025 veröffentlichten Impulspapier. Elf zentrale Punkte hat die Organisation erarbeitet, die zeigen, wie Bedienoberflächen digitaler Geräte inklusiv gestaltet werden sollten, um die digitale Teilhabe älterer Menschen zu stärken. „Smartphones und Tablets spielen eine zunehmend wichtige Rolle im Leben älterer Menschen. Sie erleichtern den Zugang zu Informationen sowie Dienstleistungen, fördern den Austausch mit anderen und eröffnen weitere Möglichkeiten der Teilhabe. Mobile Endgeräte und digitale Schnittstellen sind in zahlreichen Lebensbereichen notwendig geworden, da analoge Alternativen zunehmend eingestellt werden“, argumentieren die Autoren und Autorinnen. „Gute Technologien zeichnen sich nicht allein durch Barrierefreiheit aus. Nur wenn digitale Lösungen zu den vielfältigen Lebensrealitäten der Nutzerinnen und Nutzer passen, können sie ihre Potenziale entfalten. Eine frühzeitige und kontinuierliche Einbindung älterer Menschen in Entwicklungsprozesse ist dafür unverzichtbar“, heißt es weiter. Eine benutzerfreundliche Gestaltung helfe, Hemmschwellen im Umgang mit digitalen Anwendungen abzubauen. In dem Papier spricht sich die BAGSO, deren Mitglied auch die dbb bundesseniorenvertretung ist, neben konsequenter Barrierefreiheit unter anderem auch für vereinfachte Startoberflächen, leicht verständliche Oberflächen und Symbole, Nachrüstoptionen und begleitende Schulungsangebote aus. Die BAGSO appelliert an Politik, Wirtschaft und Forschung, die Perspektiven älterer Nutzerinnen und Nutzer systematisch in die Entwicklung von digitalen Bedienoberflächen einzubeziehen. _ 36 INTERN dbb magazin | Januar/Februar 2026

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc4MQ==