dbb magazin 1-2/2026

FRAUEN dbb bundesfrauenkongress 2026 Wofür es sich zu kämpfen lohnt Am 20. und 21. März 2026 hält die dbb bundesfrauenvertretung ihren 13. Bundesfrauenkongress in Berlin ab. dbb frauen Chefin Milanie Kreutz enthüllt, was die Teilnehmenden erwartet. Der dbb bundesfrauenkongress ist das oberste Beschlussgremium der dbb bundesfrauenvertretung. Alle fünf Jahre versammelt das Gremium rund 500 weibliche Delegierte aus den dbb Mitgliedsgewerkschaften und dbb Landesbünden. Neben der Wahl der Geschäftsführung legt das Gremium die politische Agenda der dbb frauen für die kommenden fünf Jahre fest. Die Beschlüsse des Kongresses sind zudem ausschlaggebend für den darauffolgenden dbb Gewerkschaftstag im Jahr 2027 und damit richtungsgebend für die frauen-, gleichstellungs- und familienpolitischen Leitlinien des dbb. Dieses Jahr steht der Kongress unter dem Motto: „Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ Der Blick auf die Zahlen zeigt schnell, warum die Politik mehr Frauen braucht: Im Bundestag liegt der Frauenanteil bei gerade mal 32,4 Prozent. Das ist sogar ein leichtes Minus im Vergleich zur letzten Legislaturperiode. In den Landtagen sieht es nicht viel besser aus: Im Schnitt sind 33 Prozent der Abgeordneten Frauen – wobei allein Hamburg einen Anteil von über 40 Prozent schafft. Parität notwendig dbb frauen Chefin Milanie Kreutz betont, dass politische Strukturen Frauen noch immer den Zugang zu Macht und Entscheidung erschweren: „Noch sind Frauen im Bundestag, in den Landtagen und in den kommunalen Räten meist in der Unterzahl. Doch das ist kein natürlicher Zustand, das ist handgemacht.“ Wenn die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland Frauen sind, dann sollte doch zu erwarten sein, dass auch ungefähr die Hälfte der Entscheidungspositionen mit Frauen besetzt ist. Das sei aber nicht der Fall. „Und genau deshalb müssen paritätische Lösungen her. Dass Frauen gleichermaßen mitentscheiden können, sollte der Normalzustand sein“, fordert Kreutz. Deswegen sei dieser Kongress so wichtig: „Wir müssen Stärke zeigen. Wir müssen zeigen, dass es sich lohnt, zu kämpfen. Vor allem dann, wenn Frauenrechte wieder unter Beschuss sind. Deshalb auch die Dringlichkeit im Namen dieses Kongresses.“ Prien und Hubig erwartet Auch 2026 setzt die öffentliche Veranstaltung am ersten Kongresstag ein deutliches politisches Signal. Den rednerischen Startschuss geben Milanie Kreutz sowie Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), mit einem Grußwort per Videobotschaft. Es folgen Grußworte von Mareike Wulf, parlamentarische Staatssekretärin im BMBFSFJ, und Volker Geyer, dbb Bundesvorsitzender. Die Festrede hält Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. Einen inhaltlichen Impuls über „Parlamentarische Demokratie nur mit Frauen – jetzt: paritätische Sitzzuteilung“ gibt Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski, Leiterin des Fachgebiets Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht, Schwerpunkt Umweltrecht an der Universität Kassel. Den Abschluss macht eine große Podiumsdiskussion zum Thema „Demokratie leben: Frauen in die politischen Entscheidungsräume!“ mit Milanie Kreutz, Ruth Laskowski, Dr. Helga Lukoschat, Senior Advisor EAF Berlin, Holger H. Lührig, Journalist und Gründer sowie Herausgeber des zwd-Politikmagazins, Ulle Schauws, MdB, frauenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, und Wolfgang Dahler, MdB, Obmann im Familienausschuss. Dirk Wiese, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, ist angefragt. Im Anschluss an die öffentliche Veranstaltung findet ein Empfang für alle Delegierten und Gäste statt. Um den Tag erfolgreich abzurunden, steht eine Abendveranstaltung mit gemeinsamem Abendessen und anschließendem geselligen Ausklang auf der Tagesordnung. Zwei Tage entscheiden über fünf Jahre Auf dem Kongress wird auch die gewerkschaftspolitische Agenda der dbb frauen für die nächsten fünf Jahre nicht zu kurz kommen: In 37 Abstimmungen wird über fast 300 Anträge abgestimmt und eine neue Geschäftsführung gewählt. „Die Zahl der eingereichten Anträge ist ein guter Indikator, wie viel sich im Bereich der Gleichstellung noch bewegen muss“, erklärt Kreutz. „Aber er ist auch Indikator dafür, dass das Interesse und das gewerkschaftliche Engagement unglaublich hoch sind.“ dsc © dbb frauen INTERN 35 dbb magazin | Januar/Februar 2026

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