dbb magazin 6/2017 - page 9

Kita-Qualitätsgesetz:
Eckpunktebeschluss von Bund und Ländern begrüßt
„Es ist gut, dass sich Bund und Länder endlich auf Eckpunkte für ein Qualitätsgesetz der Kindertages­
betreuung verständigt haben“, sagte der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach
anlässlich eines entsprechenden Beschlusses der Bundesfamilienministerin und der 16 Jugend- und
Familienministerinnen und -minister der Länder vom 19. Mai 2017.
„Es wird ohne die in den
Eckpunkten vereinbarte sig­
nifikante Finanzierungsbe­
teiligung des Bundes nicht
gehen“, so Silberbach weiter,
der auch Bundesvorsitzender
der eine Vielzahl von Erziehe­
rinnen und Erziehern organi­
sierenden komba gewerk­
schaft unter dem Dach des
dbb ist. „Beim Kita-Ausbau
hat sich in den letzten Jahren
viel getan. Das aber wird nur
helfen, wenn auch die Arbeits­
bedingungen in den Einrich­
tungen spürbar besser wer­
den“, so Silberbach.
„Die Erfüllung zentraler, vom
dbb gemeinsammit unseren
Mitgliedsgewerkschaften kom­
ba gewerkschaft, dem Verband
Bildung und Erziehung (VBE),
der Katholischen Erzieher­
gemeinschaft Deutschlands
(KEG) und dem Deutschen
Berufsverband für Soziale
Arbeit e.V. (DBSH) erhobenen
Forderungen etwa nach einer
Verbesserung des Fachkraft-
Kind-Schlüssels oder einer
Stärkung der Kita-Leitungen
rückt nun in greifbare Nähe“,
verdeutlichte der dbb Vize.
„Allerdings müssen wir auch
realistisch sehen, dass die
weiteren Schritte, also die tat­
sächliche Bereitstellung der
Bundesmittel, erst nach der
Bundestagswahl im Herbst an­
gegangen werden wird. Klar
ist, dass der dbb und seine Mit­
gliedsgewerkschaften an die­
sem Thema im und nach dem
Wahlkampf dranbleiben müs­
sen und werden“, stellte Silber­
bach in Aussicht.
Migrantenanteil im öffentlichen Dienst:
Ohne Quotenregelung erhöhen
Auf einer Fachtagung des Bundesinnenministeriums zum Thema „Öffentlicher Dienst und gesellschaft­
licher Zusammenhalt“ am 4. Mai 2017 in Berlin, hat sich der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende
und Fachvorstand Beamtenpolitik, Hans-Ulrich Benra, dafür ausgesprochen, den Anteil von Beschäftig­
ten mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst weiter zu erhöhen.
„Die Verwaltung sollte stärker
als bisher Spiegel der Gesell­
schaft sein“, erklärte Benra.
„Hemmnisse bei der Einstel­
lung müssen abgebaut und
die interkulturelle Kompetenz
insgesamt gestärkt werden.
Gleichzeitig muss der Grund­
satz von Einstellung nach
Leistung und Befähigung
grundlegendes Prinzip blei-
ben. Eine Quotenregelung
lehnen wir ab.“
Der dbb Vize erinnerte die Ta­
gungsteilnehmer daran, dass in
Deutschland rund 16,5 Millio­
nen Personen mit Migrations­
hintergrund leben. In der Pri­
vatwirtschaft liegt ihr Anteil
bei 20 Prozent, in der öffentli­
chen Verwaltung aber nur bei
6,7 Prozent. Benra: „Angesichts
wachsender Zuwanderung ist
dieser Anteil relativ gering und
wird der gesellschaftlichen
Realität vor allem in Ballungs­
gebieten nicht gerecht.“
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