dbb magazin 6/2017 - page 25

der deutschen Jugendverbän­
de, dem Deutschen Bundesju­
gendring (DBJR), so Kothe.
Auch innerhalb des dbb hat
sich der dbb Nachwuchs als
„starke Stimme“ etabliert und
mit den diversen Querschnitts­
organisationen koordiniert.
Gleichwohl betonte Kothe,
dass es in Sachen Jugendbetei­
ligung „nicht immer nur bei
blumigen Versprechungen und
symbolischem Kopftätscheln“
bleiben dürfe.
<<
„Auf uns ist Verlass –
wenn man uns lässt“
Karoline Herrmann hob in ihrer
ersten öffentlichen Rede in neu­
er Funktion hervor: „Auf uns ist
Verlass – wenn man uns lässt.“
Zum Festakt hatten sich zahl­
reiche Prominente aus den Rei­
hen des dbb eingefunden. Ih­
nen stellte Karoline Herrmann
mit Blick auf mehr konkrete
Teilhabe des Nachwuchses die
Frage: „Warum hat die dbb
jugend keinen Sitz in der dbb
Bundesleitung?“ Nun gehe es
darum, ein wirkliches „Wir“
der Generationen zu schaffen,
forderte Herrmann. „Es ist an
der Zeit, über eine Stimmge­
wichtung bei Wahlen nachzu­
denken, damit die Jüngeren
überhaupt noch Einfluss auf Zu­
kunftsentscheidungen haben,
denn schließlich sind sie – in
Deutschland leben immerhin
rund 22 Millionen Kinder und
Jugendliche – diejenigen, die
den Löwenanteil der politi­
schen, ökonomischen und sozi­
alen Folgen der Entscheidungen
von heute schultern werden“,
machte die dbb jugend Vorsit­
zende deutlich. Sie halte die
Einführung einer verbindlichen
Gesetzesfolgenabschätzung für
Generationen für zwingend,
so Herrmann.
Auch der öffentliche Dienst
müsse attraktiver für den
Nachwuchs werden, betonte
Herrmann mit Blick auf „aben­
teuerliche Befristungs- und
Nicht-Übernahmequoten, völlig
unverhältnismäßige Absenkun­
gen von Eingangsbesoldungen
und sehr, sehr überschaubare
Karriereperspektiven und An­
reizsysteme, Technik, die leider
oft gar nicht begeistert, eine
Führungskultur, die das Buch­
stabieren von Wertschätzung
hier und da immer noch fleißig
übt, Professionalitäts- und
Diversity-Defizite, die man als
junger Mensch eigentlich längst
überwunden glaubte“. Auch die
zunehmenden Aggressionen
und Attacken gegenüber Be­
schäftigten des öffentlichen
Dienstes hätten eine abschre­
ckende Wirkung auf den Nach­
wuchs, gab Herrmann zu be­
denken und forderte mehr
Prävention und Schutz seitens
der Arbeitgeber und Dienst­
herrn.
<<
Mehr Partizipation für
Gewerkschaftsjugend
Für eine stärkere Sichtbarkeit
und mehr Partizipation der Ge­
werkschaftsjugend plädierte
auch der dbb Bundesvorsitzen­
de Klaus Dauderstädt: „Der Ge­
werkschaftsnachwuchs darf
und soll sichtbar auftreten.
Das gilt nicht nur für die vorde­
ren Reihen von Tagungen oder
das Fahnenschwenken bei
Demonstrationen. Vertrauens­
leute, Personalvertreter und
Betriebsräte vor Ort in den
Dienststellen sollten sich bei­
spielsweise nicht ausschließlich
aus rentennahen Jahrgängen
rekrutieren“, sagte der dbb Chef
und appellierte an die Jugend­
vertreter der über 40 dbb Mit­
gliedsgewerkschaften: „Enga­
giert Euch, bitte gerne auch als
Funktionsträger in unseren
Strukturen.“ Dauderstädt gra­
tulierte der neuen Bundes­
jugendleitung und würdigte
die Leistungen der dbb jugend
in den vergangenen Jahren:
„Wir sind stolz und dankbar
für Euren Einsatz.“ So habe
der Gewerkschaftsnachwuchs
etwa mit seinem flächende­
ckenden Engagement während
der Einkommensrunden bei
Bund, Ländern und Kommunen
sowie öffentlichkeitswirksa-
men Events wie den Ausbil­
dungsstartaktionen, der Wert­
schätzungskonferenz gegen
Gewalt gegen Beschäftigte im
öffentlichen Dienst, parlamen­
tarischen Abenden und der
„Talentschmiede“, einem indi­
vidualisierten Training für junge
Gewerkschafter, wertvolle Ak­
zente gesetzt.
<<
Staatssekretär Engelke:
„Sie sind Vorbilder!“
„Sie sind Vorbilder!“, schrieb
Hans-Georg Engelke, Staatsse­
kretär im Bundesministerium
<<
Wahlen: In nur einemWahlgang votierten die Delegierten für die Kandi­
daten der neuen Bundesjugendleitung.
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Redner und Gratulanten: dbb Chef Klaus Dauderstädt
<<
Geschäftsbericht, Entlastung und Abschied: So lautete die Tagesordnung der bisherigen Bundesjugendleitung
um die Vorsitzende Sandra Kothe (rechts) mit Michael Gadzalla, Steffen Kollmann, Marco Karbach und Liv Grolik
(von links).
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