Strategien gegen Fachkräfte- und Nachwuchsmangel

2012

11. bis 14. November

dbb und dbb tarifunion führen in Berlin ihre Gewerkschaftstage durch, die als „historische Tagungen“ in die Verbandsgeschichte eingehen werden: dbb und dbb tarifunion verschmelzen zu einer Einheit, und der dbb erlangt die Tariffähigkeit. Die Delegierten verabschieden über 600 Anträge und legen die Politik des Dachverbandes für weitere fünf Jahre fest. Die Führungsspitze des dbb wird neu gewählt. Neben dem Bundesvorsitzenden Klaus Dauderstädt gehören ihr als hauptamtlicher Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Tarifpolitik, Willi Russ, und der hauptamtliche stellvertretende Bundesvorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik, Hans-Ulrich Benra, an. Als weitere stellvertretende Bundesvorsitzende werden Thomas Eigenthaler (DSTG), Astrid Hollmann (VRFF), Kirsten Lühmann (DPolG), Ulrich Silberbach (komba gewerkschaft), Volker Stich (BBW) und Claus Weselsky (GDL) gewählt.

2013

6. bis 8. Januar

Die 54. dbb Jahrestagung findet vom 6. bis 8. Januar 2013 zum achten Mal in Köln statt und wartet mit einem Teilnehmerrekord auf: 730 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Medien folgten den Vorträgen und Diskussionen rund um das Thema „Der öffentliche Dienst – Vorbild und Vorteil für Deutschland“.

 

9. Januar

Der dbb wirkt aktiv an der Demografiestrategie der Bundesregierung mit und ist in diversen Arbeitsgruppen vertreten. Um die Arbeit in den verschiedenen Arbeits- und Unterarbeitsgruppen zu koordinieren, wurde eine dbb interne Demografie-Arbeitsgruppe eingerichtet. Im Rahmen ihrer zweiten Sitzung erörterten die Mitglieder der AG am 9. Januar 2013 im dbb forum berlin die aktuellen Ergebnisse. In der Sitzung übergab dbb Chef Klaus Dauderstädt den Ko-Vorsitz der externen Arbeitsgruppe F beim Bundesinnenministerium „Attraktivität des öffentlichen Dienstes als moderner Arbeitgeber“ an den stellvertretenden dbb Bundesvorsitzenden und Fachvorstand Beamtenpolitik, Hans-Ulrich Benra.

 

7. bis 8. März

Als Kompromiss mit Licht und Schatten bewertet dbb Verhandlungsführer Willi Russ den Tarifkompromiss für die rund 800 000 Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes der Länder. Sie erhalten eine lineare Anhebung ihrer Gehälter um 2,65 Prozent rückwirkend zum 1. Januar 2013 sowie um 2,95 Prozent zum 1. Januar 2014. Auszubildende erhalten anstelle der linearen Anhebung zum 1. Januar 2013 einen Sockelbetrag in Höhe von 50 Euro und nehmen wie alle anderen Beschäftigten an der linearen Erhöhung zum 1. Januar 2014 teil. Alle Beschäftigten haben künftig Anspruch auf 30 Urlaubstage pro Jahr, Auszubildende bekommen 27 Urlaubstage (alt: 26 Urlaubstage) pro Jahr. Bei vorausgesetztem Bedarf werden alle Auszubildenden für zwölf Monate übernommen, im Anschluss – bei entsprechender Bewährung – unbefristet.

 

5. Juni

Der 2. dbb Innovationspreis geht an das kommunale Online-Informations- und Serviceportal „MeinServiceStuttgart“. Die Auszeichnung, mit 50.000 Euro eine der höchstdotierten im deutschsprachigen Raum, soll Neuerungen im öffentlichen Dienst initiieren, fördern und der Öffentlichkeit als Vorbild bekannt machen. „Der öffentliche Dienst wappnet sich für die Herausforderungen des demografischen Wandels“, stellte der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt anlässlich der Preisverleihung beim Kongress „neueVerwaltung“ in Leipzig fest.

 

28. Oktober

Aus Sorge vor wachsender Staatsverdrossenheit des öffentlichen Dienstes haben sich dbb, Deutscher Bundeswehrverband und Deutscher Richterbund als führende Interessenvertretungen der Beschäftigten zu einer „Staatsallianz“ zusammengeschlossen und in „10 Thesen für einen starken öffentlichen Dienst“ eine Kurskorrektur bei Einstellungs-, Bezahlungs- und Arbeitsbedingungen gefordert.

 

18. November

Auf dem 1. Bundesseniorenkongress des dbb konstituiert sich in Berlin die dbb bundesseniorenvertetung. Sie soll die besonderen gewerkschafts-und gesellschaftpolitischen Interessen älterer Einzelmitglieder von Landesbünden und Mitgliedsgewerkschaften des dbb auf Bundesebene vertreten und sich mit aktuellen Fragen der Seniorenpolitik befassen. Zum Vorsitzenden wird Wolfgang Speck (DPolG) gewählt.
    

Logo der Kampagne www.die-unverzichtbaren.de
Logo der Kampagne www.die-unverzichtbaren.de

2. Dezember

Der dbb startet eine bundesweite Nachwuchskampagne für den öffentlichen Dienst. Unter dem Claim „Die Unverzichtbaren“ machen in den kommenden fünf Jahren an rund 9 000 Schulen Plakate und Postkarten Werbung für eine Karriere im öffentlichen Sektor und weisen auf das Internetportal zur Kampagne hin, das Informationen zu mehr als 100 Berufsprofilen und einen interaktiven Berufsfinder bietet.

 

2014

5. bis 7. Januar

Die 55. dbb Jahrestagung befasst sich in Köln mit dem Thema „Stets zu Diensten? - Der Staat im 21. Jahrhundert“. Der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière würdigt das Vertrauen der Bürger in den öffentlichen Dienst, der spannende Aufgaben und gute Konditionen für die Beschäftigten biete.

 

1. April

Der Tarifkonflikt zwischen Bund, Kommunen und den Gewerkschaften endet nach massiven Protestaktionen und Warnstreiks mit einem Kompromiss: 90 Euro Mindestbetrag und 3,0 Prozent mehr Einkommen ab dem 1. März 2014 sowie nochmals 2,4 Prozent ab dem 1. März 2015. Das Ergebnis wird auf den Beamtenbereich übertragen.

 

1. Mai

Mit einer Protest-Performance vor dem Bundeskanzleramt in Berlin protestieren Beschäftigte aus rund 40 dbb Gewerkschaften und dem Marburger Bund gegen eine Einschränkung des Grundrechts der Koalitionsfreiheit und des Streikrechts. Gegen ein Gesetz zur Tarifeinheit wird der dbb unverzüglich Klage vor dem Bundesverfassungsgericht erheben.

 

1. Juli

Mütterrente und die Rente mit 63 für langjährig Versicherte treten in Kraft. Der dbb setzt sich für die Übertragung auf den Beamtenbereich ein.

 

7. Oktober

In seinem „Hearing Fachkräftemangel“ sucht der dbb unter dem Motto „Team ‚öffentlicher Dienst‘ sucht Verstärkung“ gemeinsam mit Politikern und Arbeitsmarktexperten nach Strategien, die personelle Situation des öffentlichen Dienstes zu verbessern.

 

15. Oktober

Der dbb startet den Versand der „Lehrermappe Öffentlicher Dienst“ an mehreren Tausend Schulen in Deutschland. Damit ergänzt ein weiteres Instrument die Kampagne zur Nachwuchsgewinnung „Die Unverzichtbaren“.

 

27. Oktober

In Böblingen findet zur Vorbereitung der Einkommensrunde Länder 2015 der erste so genannte „Branchentag“ statt. Auf diesen bundesweit bis Mitte Dezember durchgeführten Veranstaltungen diskutieren Mitglieder ihre Arbeits- und Einkommenssituation und geben erste Impulse für die Forderungsfindung.

 

4. November

Während einer Demo in Berlin legt der dbb den Teilnehmern des Deutschen Arbeitgebertages, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, erneut die negativen Konsequenzen für den Gewerkschaftspluralismus in der Bundesrepublik Deutschland dar, den der per Gesetz beabsichtigte Eingriff in die Tarifautonomie nach sich ziehen würde. In zahlreichen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen aus Regierung und Opposition hat der dbb stets darauf hingewiesen, dass ein solches Gesetz einer Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht nicht standhalten würde.

 

18. Dezember

Die Forderung für die Einkommensrunde Länder 2015 wird gemeinsam von der Bundestarifkommission und dem Bundesvorstand des dbb in Berlin beschlossen: 5,5 Prozent Einkommensplus, mindestens aber 175 Euro, sollen erreicht werden.

 

2015

11. bis 13. Januar

In Köln findet die 56. dbb Jahrestagung statt. Das Thema „Verfassung ohne Verfallsdatum – Gesellschaft im Wertewandel“ erreicht durch die Terroranschläge in Frankreich eine beklemmende Realität. Diskutiert werden die Themen Tarifeinheit, Einkommensrunde und Gewaltprävention.

 

3. März

Das „Bündnis für Koalitionsfreiheit“, dem der Marburger Bund, der Deutsche Journalistenverband, die Pilotenvereinigung Cockpit und der dbb angehören, weisen in Berlin erneut auf die Verfassungswidrigkeit des umstrittenen Tarifeinheitsgesetzes hin, das zwei Tage später vom Deutschen Bundestag in erster Lesung behandelt wird.

 

28. März

Die Einkommensrunde für die Länder geht mit einem Kompromiss zu Ende: Die lineare Einkommenserhöhung um durchschnittlich 4,61 Prozent, mindestens 75 Euro, stellt sicher, dass die Beschäftigten in den kommenden zwei Jahren Reallohngewinne verbuchen und Anschluss an die Einkommensentwicklung in Bund und Kommunen halten.

 

20. April

Der dbb gibt den Startschuss für die 2. Staffel seiner Nachwuchskampagne „Die Unverzichtbaren“. Mit fünf neuen Gesichtern informiert der dbb die jungen Menschen über den Arbeitgeber öffentlicher Dienst.

 

28. und 29. April

Im dbb forum berlin findet zum 3. Mal das Forum Behindertenpolitik statt. Es stellt den Fokus auf kommunale Aspekte.

 

4. Mai

Nach fünf ergebnislosen Verhandlungsrunden für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) sprechen sich 96,53 Prozent der Kolleginnen und Kollegen in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik aus.

 

8. und 9. Mai

In Potsdam findet unter dem Motto „Erfolgsfaktor Zukunft: Frauen und Männer – gemeinsam stark!“ der 11. Bundeskongress der dbb bundesfrauenvertretung statt, der den Kurs der gewerkschaftlichen Frauenpolitik für die kommenden fünf Jahre festlegt. Die Vorsitzende Helene Wildfeuer wird mit großer Mehrheit in ihrem Amt bestätigt.

 

18. und 19. Mai

Unter dem Motto „Partnerschaftliche Personalvertretungen“ findet im dbb forum berlin das 10. Forum Personalvertretungsrecht statt.

 

2. Juni

In Leipzig verleiht der dbb den Innovationspreis 2015. Die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung für gute Ideen zur effektiven Verwaltung geht an das Projekt „Kooperatives E-Government in föderalen Strukturen“. Zwei Sonderpreise vergibt die Jury an die kommunalen Nachwuchskampagnen „azubi-kommunal.de“und „GO K.A.Li“.

 

8. Juni

Der dbb führt in Berlin eine Fachtagung zum Thema Altschulden und Schuldenbremse durch und geht der Frage nach „Wie viel hält Deutschland aus? Der Schuldenberg dürfe nicht kommenden Generationen als Hypothek aufgebürdet werden.

 

1. Juli

Nach Unterzeichnung durch Bundespräsident Joachim Gauck tritt das umstrittene Tarifeinheitsgesetz in Kraft, das nur der Mehrheitsgewerkschaft in einem Betrieb Verhandlungsmacht ausstellt. Zur Wahrung der im Grundgesetz festgeschriebenen Koalitionsfreiheit und des Rechts auf Streik wird der dbb den Gang nach Karlsruhe antreten und Verfassungsklage einreichen.

 

10. und 11. September

Der dbb führt in Berlin seine 10. Medienkonferenz unter dem Motto „Programmgestaltung und Finanzierung - Die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen“ durch. Bei allen kritischen Bewertungen des Rundfunkbeitrags, die seit der Einführung 2013 laut geworden seien, dürfe nicht aus den Augen verloren werden, dass dessen eigentlicher Zweck „die Ermöglichung einer unabhängigen, von wirtschaftlichen und politischen Interessen freien Berichterstattung in ARD, ZDF und Deutschlandradio“ sei, sagte Klaus Dauderstädt zur Eröffnung. Dafür sei der dbb immer eingetreten.

 

15. September

Angesichts des Flüchtlingszustroms brauchen vor allem Länder und Kommunen zusätzliche Unterstützung, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können. Das hat der dbb Bundesvorstand in einer Resolution unter der Überschrift „Menschen in Not – eine Herausforderung für Deutschland und Europa“ klargemacht, die er auf seiner Herbstsitzung in Berlin einstimmig beschlossen hat.

 

24. September

Angesichts des Flüchtlingszustroms fordert der dbb eine möglichst kurzfristige personelle Entlastung für Bundesverwaltung, Länder, Kommunen und Sozialversicherung, damit diese ihre Aufgaben im Zusammenhang mit Registrierung und Unterbringung, aber auch langfristig für die Integration tatsächlich bewältigen können. Mittelfristig werden an die 200 000 zusätzliche Mitarbeiter benötigt.

 

13. November

Der dbb legt in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen das seit 10. Juli geltende Gesetz zur Tarifeinheit ein.

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