Gewährung von Erholungsurlaub: Mütter und Väter haben Vorrang

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat in einem Urteil vom 26. Juni 2002 entschieden, dass nicht zwingend dem erstgestellten Urlaubsantrag stattgegeben werden muss. In dem Fall ging es um einen Gepäckwagenfahrer, dessen Kollegen bei der Einreichung ihres Urlaubsantrages schneller agiert hatten. Diesen Kollegen gewährte der Arbeitgeber in der gewünschten Zeit Urlaub, während er den Urlaubswunsch des Betroffenen unter Verweis auf dessen spätere Antragstellung ablehnte.

 

Dies sei nicht statthaft, urteilten die Frankfurter Richter. Der Chef müsse vielmehr objektiv prüfen, wer zu welcher Zeit am besten Urlaub nehmen könne – unabhängig davon, wann er den Wunsch geäußert habe. Die Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer des Betriebes können dann zu einer Ablehnung des eigenen Urlaubsantrages führen, wenn soziale Gesichtspunkte dem anderen Arbeitnehmer den Vorrang gewähren. Vorrang haben deswegen Familienväter und -mütter vor Alleinstehenden, wenn es beispielsweise um Urlaub in den Schulferien geht.

 

(ArbG Frankfurt/Main, Urteil vom 26. Juni 2002, Aktenzeichen: 7 GA 94/02)

 

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