Mutterschutz bei Frühchen – Wann ist eine Kündigung zulässig?

Wiegt ein totgeborenes Kind bei der Geburt weniger als 500 Gramm, kann einer Mutter der Anspruch auf Mutterschutz verwehrt werden. Auch der Schutz vor einer Kündigung ist damit hinfällig.

 

Bei einer Schwangeren hatten Ärzte einen schweren Gendefekt festgestellt. Das Kind, das die werdende Mutter austrug sei nicht lebensfähig, lautete die erschütternde Diagnose. Daraufhin hatte sich die Schwangere schweren Herzens für eine vorgezogene Geburt entschieden. Als das Kind am Ende des vierten Schwangerschaftsmonats tot zur Welt kam, wog es weniger als 500 Gramm. Wenige Tage darauf erreichte die Mutter die nächste schockierende Meldung: Ihr Arbeitgeber hatte ihr die Kündigung ausgesprochen.

 

Nach gängiger Rechtsprechung greift der Mutterschutz nur nach einer Entbindung. Diese wiederum ist an das Gewicht des geborenen Kindes geknüpft und bei tot Geborenen auf mindestens 500 Gramm festgelegt. Dieser rechtlichen Definition folgend hat die betroffene nicht entbunden und ist folglich auch keine Mutter. Damit stehen ihr weder Mutterschutz noch Kündigungsschutz zu.

 

(siehe dazu MuSchG § 6 und § 29 PSTGAVO – Ausführungsverordnung zum Personenstandsgesetz)

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