Fristlose Kündigung wegen Mobbings

Schwerwiegendes Mobbing ist ein Grund für die fristlose Entlassung des Mobbingtäters. Mit dieser Grundsatzentscheidung hat das Thüringer Landesarbeitsgericht (LAG) den Schutz vor Psychoterror am Arbeitsplatz weiter gestärkt. Wie auch in seinem ersten grundlegenden Mobbing-Urteil vom April 2001 betont das LAG, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, das Persönlichkeitsrecht seiner Beschäftigten zu schützen.

 

Der Fall

Im vorliegenden Fall hatte die beklagte Firma einem Warenbereichsleiter fristlos gekündigt, weil er den in seine Abteilung versetzten, herzkranken Mitarbeiter durch „Schikanen und Demütigungen innerhalb von fünf Wochen in einen Selbstmordversuch getrieben habe“. Der betroffene Warenbereichsleiter klagte gegen die Kündigung - ohne Erfolg. Die wüsten Beschimpfungen gegenüber dem bekannterweise herzkranken Mobbingopfer führten bei diesem zu starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen; nach fünf Wochen beging das Mobbingopfer einen Selbstmordversuch; es überlebte nur durch einen glücklichen Zufall.

 

Das Urteil

Das LAG Thüringen entschied in seinem Urteil, dass derartig schwerwiegendes Mobbing eine außerordentliche Kündigung des Mobbingtäters rechtfertigt. Man müsse sich vor Augen führen, dass es dabei um systematische und fortgesetzte Missachtung der Würde des Menschen und seines Rechtes auf körperliche Unversehrtheit gehe. Mobbing könne in schweren Fällen die gleichen Folgen haben wie eine gegen Leib und Leben gerichtete Straftat.

 

(LAG Thüringen, Urteil vom 15. Februar 2001, Aktenzeichen: 5 Sa 102/2000)

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