Erweiterte Abzugsrechte beim Kindergeld

Bei der Ermittlung, ob das Einkommen eines Kindes die bis Ende 2000 geltende zulässige Grenze von 12.000 DM für die Gewährung von Kindergeld überschreitet, müssen künftig Fahrtkosten, Studiengebühren und Aufwendungen für Arbeitsmittel angerechnet werden. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) am 1. Februar 2001 in einem Grundsatzurteil entschieden.

 

Ausbildungskosten sind damit in erheblich höherem Maße als bisher anerkannt in Abzug zu bringen. Der BFH ging deutlich über die bisherige Praxis der Finanzverwaltung hinaus, die den Abzug von Ausbildungskosten verweigerte, wenn diese nicht durch eigene Einkünfte des Kindes finanziert werden. Dagegen ist ein erhöhter Lebensbedarf für Unterkunft und Verpflegung – im Inland wie im Ausland - nicht Einkünfte mindernd ansetzbar. Zugleich präzisierten die Richter, welche Bezüge sich auf den Kindergeldanspruch auswirken. Danach sind sowohl eine Waisenrente wie auch Gelder aus der gesetzlichen Unfallversicherung, die an die Stelle von Unterhaltszahlungen getreten sind, anrechenbare Kindeseinkünfte.

 

(BFH, Urteil vom 1. Februar 2001, Aktenzeichen: VI R 62/97, VI R 128/00, VI R 52/98)

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