Erstattung von Fahrtkosten als Kinderbetreuungskosten

Wenn Großeltern ihre Enkel betreuen, dann tun sie das meist gern und erwarten in der Regel auch keine finanzielle Gegenleistung. Jedoch sollten ihnen dafür die Fahrtkosten ersetzt werden. Denn Sachkosten können Eltern in der Einkommensteuererklärung als erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten geltend machen. Das setzte ein Ehepaar vor dem Finanzgericht Baden-Württemberg durch.

 

Im Streitfall haben die beiden Großmütter ihr Enkelkind an einzelnen Tagen in der Woche unentgeltlich im Haushalt der Eltern des Kindes betreut, damit diese arbeiten konnten. Das Paar hatte mit den Großeltern schriftlich vereinbart, dass sie die Fahrtkosten ersetzten: Für jeden Fahrkilometer zur Wohnung des Enkels sollten die Großmütter je 30 Cent erhalten. Insgesamt ersetzte das Ehepaar 2.613 Euro Fahrtkosten im Jahr. Davon zählen steuerlich zwei Drittel, maximal je Kind bis zum 14. Geburtstag können 4.000 Euro geltend gemacht werden. Das Finanzamt erkannte die Fahrtkosten nicht an, weil es der Meinung war, es handele sich um familieninterne und damit außerhalb der Rechtssphäre liegende Gefälligkeiten.

 

Das Urteil

Das Finanzgericht Baden-Württemberg entschied hier zu Gunsten der Kläger und ließ die Aufwendungen zu zwei Drittel zum steuerlichen Abzug zu. Das Finanzamt müsse damit die Betreuungskosten in Höhe von 1.742 Euro anerkennen, stellte das Gericht klar. Die Fahrtkosten, die einer Großmutter im Zusammenhang mit der unentgeltlichen Betreuung ihres Enkelkindes entstanden sind, und ihr von den Eltern des Kindes erstattet werden, seien bei entsprechender Vertragsgestaltung bei den Eltern erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten. Die Betreuungsleistungen der Großmütter seien Dienstleistungen i.S.d. § 4f EStG, auch wenn sie unentgeltlich erbracht wurden. Es komme nur darauf an, ob die getroffene Vereinba rung zwischen den Eltern des Kindes und deren Müttern (= Großmütter des Kindes) über den Fahrtkostenersatz auch zwischen fremden Dritten so üblich wäre. Nach Auffassung des Gerichts sei es zudem unerheblich, ob eine fremde Betreuungsperson für die Betreuungsleistung selbst ein Honorar gefordert hätte.

 

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