Steuerrecht familienfreundlich und geschlechtergerecht gestalten!

Gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Förderung von weiblichen Karrieren sind für berufstätige Eltern und öffentliche Arbeitgeber angesichts des demografischen Wandels entscheidende Zukunftsfaktoren. Neben einer familienfreundlichen Arbeitszeitgestaltung, einer höheren Arbeitsplatzsicherheit, der Abbau von Einkommensunterschieden kann eine geschlechtergerechte Familienbesteuerung entscheidend zu einer besseren Work-Life-Balance beitragen. Hier sieht die dbb bundesfrauenvertretung den Gesetzgeber in der Pflicht, die notwendigen Weichen zu stellen.

 

Die dbb bundesfrauenvertretung befürwortet ein familien- und gendergerechtes Steuerrecht, das stärker dem Vorhandensein von Kindern gerecht wird. Das Ehegattensplitting im deutschen Einkommenssteuerrecht fördert in erster Linie die Ehe. Das kostet die deutschen Steuerzahler jährlich 21 Milliarden Euro. Dieses Geld geht zu 43 Prozent an Ehepaare, die keine Kinder haben. Denn bisher hängen Begünstigungen vorrangig davon ab, ob Paare einen Trauschein vorweisen können oder nicht. Ob jemand Kinder oder pflegebedürftige Angehörige zu versorgen hat, dazu hat das Steuerrecht zu wenig beizusteuern. Das Ziel sollte es sein, in erster Linie Familien zu stärken. Aber auch die Harmonisierung von Unterhalts-, Sozial- und Steuerrecht muss dringend angegangen werden. Als notwendigen Schritt sieht die dbb bundesfrauenvertretung eine bessere steuerliche Abzugsfähigkeit von erwerbsbedingte Kinderbetreuungskosten in voller Höhe als Werbungskosten oder Betriebsausgaben sein. Zudem muss das Existenzminimum der Kinder steuerfrei belassen werden. Dies kann erreicht werden, indem

 

a) anstelle von Kinderfreibeträgen und Kindergeld das Existenzminimum des/der Kinder als Steuerabzug gestaltet wird, der auch zu einer auszuzahlenden Negativsteuer führen kann oder

 

b) der Mischfreibetrag für Erziehung, Betreuung und Ausbildung gem. § 32 Abs. 6. EStG gestrichen und dafür das Kindergeld auf ein einheitlich ermitteltes Existenzminimum je Kind erhöht wird.

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