Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern!

Beruf und Familie vereinbaren zu können wünschen sich heutzutage viele Frauen – und auch Männer. Die Vorstellung, nach der Erfüllung eines Kinderwunsches bald wieder in das Berufsleben zurückkehren zu können, scheitert aber leider viel zu häufig an der Realität. Unflexible Arbeitgeber und ein Kinderbetreuungssystem, das zu teuer und lückenhaft ist, legen unvermutete Steine in den einst geplanten Weg. Vor allem viele Frauen sehen sich in der Misere, sich zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen, weil die Umstände ein Verwirklichen beider Lebensziele nicht zulassen.

 

In der Pflicht, diese Umstände zu ändern, stehen gleichermaßen Arbeitgeber und Staat. Erstere müssen es Beschäftigten, die in Erziehungsverantwortung stehen – Müttern wie Vätern – ermöglichen, familienbedingte Pausen einzulegen und anschließend in ihrem vorherigen Beruf wieder Fuß zu fassen. Dabei müssen die Arbeitgeber erkennen, dass Erziehungszeiten nicht etwa ein Makel sind, sondern die Betroffenen in Sachen Sozialkompetenz, Belastbarkeit oder Teamfähigkeit enorm gefordert und gefördert haben. Doch nicht nur diese Fähigkeiten sollten die Arbeitgeber im Interesse aller nutzen: Frauen haben ausgezeichnete Schulabschlüsse. Ihr Können brach liegen zu lassen, kann sich der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht länger leisten.

 

Der Staat und seine sozialen Systeme kranken hingegen an einer konstant niedrigen Geburtenrate. Dies liegt nicht etwa am nicht vorhandenen Kinderwunsch von jungen Frauen oder Paaren, sondern an ungünstigen Rahmenbedingungen, die Kinder- und Karrierewunsch vereinbar machen. Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass junge Menschen ihre individuelle Lebensplanung – auch und gerade mit Kindern – in die Tat umsetzen können.

 

In Hinblick auf ihre Forderung nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt die dbb bundesfrauenvertretung folgendes fest:

  • Durch die Schaffung und Verbesserung flexibler Arbeitszeit- und Arbeitsmodelle können Eltern am Berufsleben teilnehmen und gleichzeitig ihren familiären "Verpflichtungen" nachkommen.
  • Das Angebot an Kinderbetreuung in Deutschland ist auszubauen. Der Anspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab 3 Jahre reicht bei weitem nicht. Vielmehr muss das Angebot an Kinderbetreuung der Nachfrage entsprechend nicht nur geregelt, sondern auch umgesetzt werden. Krippenplätze und Ganztagsbetreuungen sind zu schaffen – und das alles zu einem Preis, den sich auch Familien mit geringerem Einkommen oder allein Erziehende leisten können.
  • Unterbrechungen in der Erwerbstätigkeit, bzw. Teilzeitbeschäftigungen und flexible Arbeitszeitmodelle dürfen sich nicht negativ für die Betroffenen auswirken. So sind Erziehungszeiten bei Rente und Pension voll anzurechnen. Mütter und Väter dürfen durch sie nicht in ihrem beruflichen Fortkommen aufgehalten werden.

Die Entscheidung für oder gegen Kinder, für oder gegen Erziehungszeiten sollte nicht aufgrund von finanziellen Abwägungen getroffen werden müssen. Zwar wurde mit der Einführung des Elterngeldes ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung getan, aber es müssen noch viele Schritte folgen, um von einer effizienten Balance sprechen zu können.

zurück