Zukunft braucht Bildung - Bildung braucht Zukunft

Für die dbb bundesfrauenvertretung ist die Bildung unserer Kinder eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von hoher Bedeutung. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg. Bildung ist eine Zukunftsinvestition, die die Produktivität sowie Innovationsfähigkeit erhöht. Bildung trägt entscheidend zum Erhalt bzw. Ausbau des Wirtschaftsstandorts Deutschland und damit zur Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in Europa und der Welt bei. Bildung darf deshalb kein Luxus sein, sondern muss – gerade auch angesichts der demografischen Entwicklung – ein Grundrecht sein, das allen gleichermaßen offen steht.

 

Die dbb bundesfrauenvertretung hat deshalb begrüßt, dass mit dem Dresdner Bildungsgipfel 2008 Bildung zum Kernthema in der Bundesrepublik Deutschland erklärt und eine Erhöhung des Anteils für Bildung und Forschung auf 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2015 durch Bund und Länder beschlossen wurde. Angesichts rückläufiger Steuereinnahmen, der Schuldenbremse im Grundgesetz sowie der Rettungsschirme für Banken, Griechenland und Euro gerät Bildung allerdings immer mehr in Gefahr, den ökonomischen Zwängen geopfert zu werden. Gleichzeitig wird die Kritik an den föderalistischen Strukturen im Bildungsbereich immer lauter. Vor allem das Kooperationsverbot von Bund und Ländern scheint vor dem Hintergrund leerer Kassen in den Ländern eine gerechte und effektive Bildungspolitik eher zu behindern als zu fördern.

 

Eine Lösung der anstehenden bildungspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen wird nur mit einem breiten gesamtgesellschaftlichen und parteiübergreifenden Konsens gelingen. Um Chancengerechtigkeit, Qualität und Vergleichbarkeit in der Bildung zu gewährleisten und gleichzeitig den Erfordernissen der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen, fordert die dbb bundesfrauenvertretung:

  • ein klares Bekenntnis aller Parteien zur Bildungsnation Deutschland und zu einem Spar-Tabu bei Bildung und Kinderbetreuung
  • die Erhöhung des Anteils für Bildung und Forschung bis 2015 auf 10 Prozent des BIP laut Bund–Länder–Beschluss des Dresdener Bildungsgipfels von 2008
  • eine Überprüfung der derzeit geltenden Bedingungen des Föderalismus und eine Flexibilisierung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern im Bildungsbereich
  • die fristgerechte Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes bis 2013 für eine gesicherte Familienplanung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ausbildung von Erzieherinnen- und Erziehern verbessern!

Mit Blick auf die Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern befürwortet die dbb bundesfrauenvertretung die gestiegenen Anforderungen an den Erzieherberuf durch eine Aus- und Fortbildung Rechnung zu tragen, mit der unabhängig vom Lernort Kompetenzen auf Bachelor-Niveau erworben werden und die Möglichkeiten der Höherqualifizierung (mit eigenen Berufsbezeichnungen) in verschiedenen Bereichen der Pädagogik bietet. Eine solche systemisch angelegte Professionalisierung des Berufszweiges muss einhergehen mit einer verbesserten Bezahlung, um die Gewinnung von pädagogischem Nachwuchs sicher zu stellen.

 

Darüber hinaus setzt sich die dbb bundesfrauenvertretung dafür ein,

  • die Ergebnisse des nationalen Bildungsberichtes auszuwerten und nach Gender-Gesichtspunkten zu analysieren,
  • die Entwicklungen des Bologna-Prozesses zu überwachen und zu begleiten, um gegebenenfalls auf Benachteiligungen, die auf die soziale Herkunft oder das Geschlecht zurückzuführen sind, hinzuweisen,
  • die Einführung der Studiengebühren auf soziale und geschlechterbedingte Diskriminierungspotenziale hin zu prüfen,
  • die Weiterentwicklung der Lehr- und Erziehungsberufe mitzugestalten
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