11. Januar 2016

Öffentlicher Dienst: Immer weniger, immer älter

Zahlen Daten Fakten 2016

Anlässlich seiner Jahrestagung in Köln hat der dbb die neue Ausgabe von „Zahlen Daten Fakten“ veröffentlicht. Die Informationsbroschüre gibt einen Überblick über die wichtigsten Eckdaten des öffentlichen Dienstes. „Die Ergebnisse geben leider Anlass zur Besorgnis“, kommentierte der Zweite Vorsitzende des dbb, Willi Russ, die Ergebnisse am 11. Januar 2016. „Wir leben von der Substanz. Das übertriebene Streben nach einem schlanken Staat hat den öffentlichen Dienst immer mehr ausgezehrt.“

So wurden bei Bund, Ländern und Gemeinden zwischen 1991 und 2014 fast 940.000 Stellen abgebaut. Nur noch 7,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gibt die Bundesrepublik Deutschland für Arbeitnehmerentgelte aus. Im EU-Vergleich sind nur Tschechien (7,4 Prozent) und die Slowakei (7,1 Prozent) noch sparsamer, bezogen auf den Euro-Raum sogar allein die Slowakei. Andere große EU-Volkswirtschaften wie Frankreich (13,2 Prozent) und Großbritannien (10,9 Prozent) geben im Verhältnis deutlich mehr aus.

 

Die drastische Sparpolitik schlägt sich auch in der Altersstruktur des öffentlichen Dienstes in Deutschland nieder: 57 Prozent der Beschäftigten sind mittlerweile über 45 Jahre, 26 Prozent sogar über 55 Jahre. Allein bei den Bundesbeamten ist beispielsweise der Anteil der 45- bis 54-Jährigen innerhalb der letzten Jahre deutlich gestiegen, von 22,1 Prozent (2000) auf 36,5 Prozent (2014).

 

„Diese Zahlen sollten uns alarmieren“, so Russ. „Auf unser Land kommen große Herausforderungen zu: Der demografische Wandel, die Energiewende, die Digitalisierung und ganz aktuell die gestiegene Zahl der Flüchtlinge. Um das zu schaffen, brauchen wir eine funktionsfähige öffentliche Verwaltung.“