Nach Kita-Streiks: Runder Tisch gefordert

Sozial- und Erziehungsdienst - Wir lassen nicht locker

„Der dbb fordert einen Runden Tisch von Bund, Ländern, Kommunen und Gewerkschaften zur Verbesserung der Kinderbetreuung“, sagte Andreas Hemsing, Mitglied der Geschäftsführung der dbb Bundestarifkommission, am 29. Juni 2016 in Berlin. Nach den Kita-Streiks im Zuge der Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst im vergangenen Jahr, die von Hemsing geführt wurden, müssten nun die politischen Rahmenbedingungen für frühkindliche Bildung verbessert werden. Eine am gleichen Tag veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung kam zu dem Ergebnis, dass bundesweit 107.000 Kita-Fachkräfte fehlen.

Pädagogisch sinnvoll ist demnach ein Betreuungsschlüssel von 1:3 für unter dreijährige und 1:7,5 für ältere Kindergartenkinder. Laut dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“ sei der tatsächliche Wert jedoch regional sehr unterschiedlich – und driftet weiter auseinander. Während in Baden-Württemberg aktuell keine zusätzlichen Stellen benötigt würden, bildeten Nordrhein-Westfalen (16.600 Stellen) und Sachsen (16.900 Stellen) mit den größten Fehlbedarfen die Schlusslichter. „Die Zahlen sind alarmierend“, sagte Hemsing. „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass tausende geflüchtete Kinder unseren besonderen Schutz sowie unsere Hilfe bei der Integration benötigen.“

 

Gemeinsame Bemühungen aller Beteiligten für bundeseinheitliche Standards bei der frühkindlichen Bildung seien daher unumgänglich, machte Hemsing deutlich: „Der Wettbewerbsföderalismus muss enden, wenn es um das Recht von Kindern auf Chancengleichheit geht.“ In der Vergangenheit hätten sich Bund, Länder und Kommunen bei den notwendigen politischen Vorgaben, deren Finanzierung sowie der praktischen Umsetzung „gegenseitig den Schwarzen Peter zugeschoben. Das muss ein Ende haben.“

 

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