08. März 2016

Internationaler Frauentag: „Heute für morgen Zeichen setzen!“

Internationaler Frauentag

Der 8. März ist Internationaler Frauentag. 1977 haben die Vereinten Nationen die offizielle Schirmherrschaft für den Tag übernommen. In der Gewerkschaftsbewegung ist er schon deutlich länger verankert, wird schon seit über hundert Jahren gefeiert, um auf Geschlechtergleichstellung weltweit hinzuweisen. „2016 muss in Europa ein besseres Jahr für die Gleichstellung der Geschlechter werden. 2015 war bestenfalls ein Jahr der Stagnation“, erklärte Kirsten Lühmann am 8. März in Berlin. Die stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Vorsitzende der CESI-Frauenrechtskommission FEMM fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und so reale Fortschritte zu erreichen. Das Motto das Internationalen Frauentags in Deutschland ist dieses Jahr „Heute für morgen Zeichen setzen!“

Das vergangene Jahr sei auf europäischer Ebene enttäuschend gewesen, so Lühmann. Nicht nur habe die Europäische Kommission die Mutterschutzreform zurückgezogen, auch sei eine Quotenregelung für Aufsichtsräte durch einige Mitgliedstaaten wie zum Beispiel Deutschland verhindert und die Europäische Gleichstellungsstrategie zu einem Arbeitspapier herabgestuft worden. Diese Rückschläge müssten nun aber in positive Impulse umgewandelt werden: „Der Druck auf die nationale und europäische Politik darf nicht nachlassen. Die CESI und ihre Mitgliedsgewerkschaften werden zusammen mit ihren Partnern weiter für eine echte Gleichstellungspolitik in Europa kämpfen.“

 

Nicht zuletzt mit Blick auf die neue Initiative der Europäischen Kommission zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde sich die CESI weiter für ihre Ideen einsetzen, um die Situation von Frauen überall in Europa zu verbessern, kündigt Lühmann an. „Nach wie vor tragen Frauen die Hauptlast der Familienarbeit. Meist sind sie es, die die Kinder betreuen und ältere Familienmitglieder pflegen. Eine tatsächliche Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt kann es aufgrund dieser einseitigen Doppelbelastung kaum geben.“ Die Politik könne zwar nicht im Alleingang den dringend notwendigen Mentalitätswandel herbeiführen, aber durchaus wichtige Impulse dafür setzen. „Deshalb müssen wir sicherstellen, dass die Europäische Kommission nach der Konsultation aller relevanten gesellschaftlichen Kräfte schlagkräftige Legislativvorschläge macht und es nicht bei unverbindlichen Empfehlungen belässt.“