Integration von Flüchtlingen erfordert mehr Personal

  • Integration von Flüchtlingen erfordert mehr Personal in vielen Bereichen, nicht nur in der Sozialarbeit. Integration von Flüchtlingen erfordert mehr Personal in vielen Bereichen, nicht nur in der Sozialarbeit.

Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt hat mehr Personal für die Integration von Flüchtlingen gefordert. Zehntausende zusätzliche Beamte seien dafür nötig, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Ausgabe vom 13. März 2017). „Wir brauchen viel mehr Deutschlehrer. Aber die fallen nicht von den Bäumen, die Ausbildung dauert.“ Außerdem würden wegen der Flüchtlingsbewegung etwa 10.000 Polizisten zusätzlich benötigt.

Es fehle außerdem nach wie vor Personal in Kindergärten und Schulen, aber auch bei den sozialen Diensten, die die Flüchtlinge betreuen, sowie in Arbeits- und Jobcentern oder bei Fachleuten für die Sozialversicherung. Fast alle Sektoren des öffentlichen Dienstes seien betroffen, auch die Kommunen, etwa bei der Wohnungsvermittlung, ebenso die Volkshochschulen, die Bildungsangebote machen. Dauderstädt forderte: „Da muss der Staat auf allen Ebenen handeln.“ Um mehr Bewerber zu finden, müsse der Staat beim Gehalt etwas draufpacken. Das Geld dafür sei vorhanden: „Im Augenblick sind die öffentlichen Kassen ja relativ gut gefüllt“, so der dbb Chef.

 

In dem Interview warnte Dauderstädt auch vor einem Zusammenbruch der türkischen Verwaltung nach den Massenentlassungen von Lehrern, Juristen und Beamten. „Ich habe große Sorge, dass die öffentlichen Dienste in der Türkei massiv in ihrer Funktionsfähigkeit beeinträchtigt sind“, sagte er. Dadurch könne an Schulen Unterricht ausfallen und der Straßenbau länger dauern. „Die Verwaltung arbeitet nicht mehr gründlich genug und nicht mehr korrekt“, so der dbb Chef. Dadurch verlagere sich ein Teil in die Schwarzzone „Die Leute bauen dann eben ihr Haus, ohne die Genehmigung zu haben und Jahre später muss eine Kontrollbehörde den Bau für illegal erklären. Das ist wie in einigen afrikanischen Ländern, etwa Libyen, wo im Moment überhaupt keine funktionierende Verwaltung mehr existiert und chaotische Zustände herrschen.“

 

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