Demokratieerziehung und Wertevermittlung stärken

dbb Lehrerverbände und KMK: Integrationsbemühungen fortsetzen

  • dbb Lehrerverbände Von links: Udo Beckmann (VBE), Heinz-Peter Meidinger (DPhV), Dr. Angelika Rehm (VLW), Jürgen Böhm (VDR, Vorsitzender der dbb Fachkommission Schule, Bildung und Wissenschaft), Dr. Susanne Eisenmann (Bildungsministerin in Baden-Württemberg, KMK-Präsidentin), Eugen Straubinger (BLBS).

Die dbb Lehrerverbände und die Kultusministerkonferenz (KMK) wollen ihre Anstrengungen für die Integration der neu ins Land gekommenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen fortsetzen. Beim Jahresgespräch am 16. März 2017 in Berlin machten die Vertreter der dbb-Mitgliedsgewerkschaften deutlich, dass die seit Anfang 2016 deutlich zurückgegangenen Flüchtlingszahlen nicht zum Anlass genommen werden dürften, bei den Integrationsbemühungen im Bildungssystem nachzulassen.

Integration in die Gesellschaft könne nur gelingen, wenn das Bildungssystem den jungen Geflüchteten neben Sprache auch Werte und Demokratieverständnis vermittle. Einigkeit bestand zwischen KMK und dbb Lehrergewerkschaften darin, dass davon letztlich – insbesondere angesichts der politischen Entwicklungen in Deutschland, Europa und der Welt - alle Schülerinnen und Schülern profitieren würden. Dafür müssten die Schulen flächendeckend durch Partizipation der Lernenden zu Orten gelebter und erlebbarer Demokratie werden. Den Lehrkräften müssten die entsprechenden Freiräume eröffnet werden, um Werte und demokratische Grundstrukturen als Querschnittsaufgabe im Unterricht stärker zu verankern.

 

Die Kultusministerinnen und -minister brachten in dem Gespräch ihren Dank und Respekt für die bisher erbrachten Integrationsleistungen der Kolleginnen und Kollegen in den Schulen zum Ausdruck. Außerdem betonten auch sie, dass der Integrationsprozess nicht abgeschlossen sei. Vielmehr gehe es nun um das Nachsteuern, den Austausch zwischen den Ländern und Schulen über das bisher Erreichte und verbleibende Schwachstellen.

Besondere Aufmerksamkeit sei auf die Beruflichen Schulen zu lenken. Ihnen komme die schwierige Aufgabe zu, den Übergang von den allgemeinbildenden Schulen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu organisieren. Hierbei müsse noch stärker mit dem Bund, insbesondere der Bundesagentur für Arbeit, zusammengearbeitet werden, betonten KMK und dbb Lehrerverbände übereinstimmend. Für alle Schularten und Lehrämter müssten zudem die wissenschaftliche Begleitung des Integrationsprozesses ausgeweitet und die Fortbildungsangebote für die Lehrkräfte verstärkt werden.

 

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