21. Februar 2015

dbb kritisiert offensichtliche Verschleppungstaktik der Deutschen Bahn

Klaus Dauderstädt im Interview
Foto: Marco Urban

In einer außerordentlichen gemeinsamen Sitzung am 20. Februar 2015 in Berlin haben dbb Bundesleitung und Geschäftsführung der dbb Bundestarifkommission den Tarifkonflikt bei der Bahn eingehend analysiert. Hierbei sind Informationen bekannt geworden, die die Verhandlungsführung der Deutschen Bahn in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Mit Empörung haben die dbb-Gremien darauf reagiert, dass einer der Verhandlungsführer der Deutschen Bahn, der Hauptgeschäftsführer des Agv MoVe Werner Bayreuther, für das Schweizer Schranner Negotiations Institute seit 2013 mehrfach Seminare zu Verhandlungstaktik abgehalten hat, deren Schwerpunkte offensichtlich die Prinzipien und Methoden der bisherigen Verhandlungsführung der Deutschen Bahn gegenüber der GDL geprägt haben:

     

  • „Warum Sie in schwierigen Verhandlungen nicht mehr argumentieren sollten.“
  • „Wie Sie bis zur letzten Sekunde flexibel bleiben und sich dabei alle Ergebnisoptionen offen halten können.“
  • „Sie lernen die strategische Verhandlungsführung mit Gewerkschaften und das Nutzen von irrationalen Forderungen.“
  • „Warum ein Streik nicht vermieden werden sollte.“
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Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt erklärt hierzu: „Eine Verhandlungsführung der Deutschen Bahn, die solchen Prinzipien folgt, führt zwangsläufig dazu, dass die Verhandlungen mit der GDL immer wieder scheitern müssen und ist verantwortlich für Eskalation und Streiks. Dadurch verschleudert das bundeseigene Unternehmen hunderte von Millionen Euro. Das Wehklagen um das Wohl der Fahrgäste erscheint vor diesem Hintergrund völlig unglaubwürdig. Ich kann die Arbeitgeber der Deutschen Bahn nur nochmals auffordern, endlich konstruktiv und ergebnisorientiert mit der GDL zu verhandeln.“