Equal Pay Day 2017

Wir haben keine Zeit für Lohnungerechtigkeit

„Wir Frauen wollen nicht länger über Lohnungerechtigkeit diskutieren. Die Fakten liegen auf dem Tisch: 21 Prozent weniger verdienen Frauen im Vergleich zu Männern. Sogar im öffentlichen Dienst klafft eine Entgeltlücke von acht Prozent,“ mahnte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 15. März 2017 mit Blick auf den Equal Pay Day am 18. März 2017.

Ein Hauptfaktor für die Lohnunterschiede sei die unterschiedliche Lebenszeitgestaltung von Männern und Frauen. „Wer lange in Teilzeit arbeitet oder Auszeiten für die Familie nimmt, hat finanziell das Nachsehen. In Deutschland sind das immer noch vor allem Frauen“, kritisierte Wildfeuer. Über den gesamten Lebensverlauf gesehen potenziere sich so nicht nur der Einkommensverlust. Im Alter bleibe Frauen im Schnitt weniger als die Hälfte der Ruhestandseinkünfte der Männer, so die Vorsitzende.

 

 

Auch im öffentlichen Dienst hätten Frauen, die weniger als 35 Stunden arbeiteten kaum eine Chance auf Spitzenpositionen und die damit verbundenen Topvergütungen. Diejenigen, die Telearbeit nutzen, teilten dieses Schicksal. „Frauen, aber auch Männer, die weniger Zeit am Arbeitsplatz verbringen, haben schlechtere dienstliche Beurteilungen. Damit einhergehen schlechtere Beförderungs- und Aufstiegschancen.“ Das habe auch dramatische Auswirkungen auf die Alterseinkünfte von Frauen. „Da Frauen grundsätzlich über weniger Erwerbseinkommen verfügen, bleibt kaum etwas für die private Altersvorsorge übrig,“ warnte Wildfeuer.

Zehn Jahre Equal Pay Day in Deutschland

Unter dem Motto „Endlich partnerschaftlich durchstarten“ lädt die Equal Pay Day Initiative zum Equal Pay Kongress am 18. März 2017 in Berlin ein. Neben Fragen zu Unternehmenskulturen, Partnerschaftlichkeit, Rollenstereotype, Lohntransparenz steht auch das Thema Arbeitszeit auf der Kongressagenda. Die dbb bundesfrauenvertretung unterstützt die Veranstaltung als starke Bündnispartnerin. Vor Ort informiert die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer zur Situation im öffentlichen Dienst.

 

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