dbb jugend: „Jetzt wird’s ernst!“

Vor der dritten und entscheidenden Verhandlungsrunde im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes der Länder haben junge Beschäftigte am 9. Februar in Hamburg, Nürnberg, Düsseldorf und Hannover mit Demonstrationen, Warnstreiks und aktiven Mittagspausen Druck gemacht.

In Nürnberg stellte Lena Oelschlegel, Landesjugendleiterin der dbbj bayern, klar: „Ohne Jugend gibt es keinen zukunftsfähigen öffentlichen Dienst! Deshalb müssen besonders die Forderungen für unsere Auszubildenden und Anwärter ernst genommen werden.“ Forderungen, hinter denen die jungen Beschäftigten vorbehaltlos stehen. Sie demonstrierten, um den Arbeitgebern zu zeigen, dass es an der Zeit ist, ein gutes Angebot zu machen. Die dbb jugend fordert Auszubildende fordert unter anderem ein Plus von 90 Euro und den Anspruch auf unbefristete Übernahme nach dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung. Ihr deutlicher Appell an die Arbeitgeber: „Jetzt wird´s ernst!“

 

In Düsseldorf zogen die Landesbeschäftigten mit Trillerpfeifen und Transparenten durch die Straßen. Die Jugend war dabei gut an den Pudelmützen mit magentafarbenen Bommeln zu erkennen. Jano Hillnhütter, Vorsitzender der dbb jugend nrw, lenkte den Blick der Arbeitgeber auch auf die Gleichstellung aller Beschäftigten durch einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen, der den Auszubildenden bisher vorenthalten werde.

 

Mit Blick auf die Anstellungspraxis sagte Hillnhütter: „Seit Jahren liegt die Zahl der befristeten Beschäftigten unter 35 Jahren bei über zwölf Prozent.“ Damit liege man bereits über dem Anteil der Privatwirtschaft. Das habe nicht nur für die Betroffenen wie beispielsweise junge Lehrer dramatische Folgen. „Top ausgebildet und hoch qualifiziert müssen sie sich mit befristeten Teilzeitstellen abfinden. Vielfach werden sie dann auch pünktlich vor den Schulferien in die Arbeitslosigkeit entlassen“, monierte er vor dem Publikum, das laut pfeifend zustimmte.

 

In Hannover wandte sich Karoline Herrmann (komba) an die Arbeitgeber: „Es müssen im öffentlichen Dienst endlich Anreize für junge Menschen und Berufsstarter geschaffen werden, damit sie sich für den öffentlichen Dienst entscheiden und auch dort bleiben. Die Personallöcher stopfen sich angesichts der Pensions- und Renteneintrittswelle nicht von allein. Deshalb fordert die dbb jugend endlich in jeder Hinsicht attraktive Arbeitsbedingungen. Denn eins muss den Arbeitgebern klar sein: ohne uns steht der öffentliche Dienst und damit das ganze Land still!“

 

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