Für einen zukunftsfähigen öffentlichen Dienst

Der dbb im Demografiedialog

dbb-Infobox

dbb Positionen beim Demografiegipfel der Bundesregierung

 

Arbeitsgruppe F (PDF)

Arbeitsgruppe A (PDF)

Arbeitsgruppe B (PDF)

Arbeitsgruppe E (PDF)

Der öffentliche Dienst in Deutschland ist in zweifacher Hinsicht vom demografischen Wandel betroffen: Es geht darum, auf einem immer stärker umkämpften Arbeitsmarkt geeigneten Nachwuchs für die unterschiedlichsten Aufgaben der Verwaltung zu gewinnen. Gleichzeitig muss der öffentliche Dienst aber auch älter werdenden Beschäftigten gerecht werden. Eine demografiegerechte Personalpolitik ist daher für alle Ebenen der Verwaltung von wachsender Bedeutung. Das schließt - trotz aller haushaltspolitisch gebotenen Sparmaßnahmen – eine aufgabengerechte Personalausstattung der Verwaltung ein.

 

Der dbb hat die Bedeutung des demografischen Wandels für den öffentlichen Dienst frühzeitig in seine Forderungen – beispielsweise im Rahmen gesetzgeberischer Maßnahmen - einbezogen, Lösungsvorschläge für die damit verbundenen Probleme unterbreitet und seine Mitarbeit angeboten. „Dieses Engagement“, so betont der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt, „werden wir auch über den Zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung am 14. Mai 2013 hinaus fortsetzen“.

Welche Entwicklung gab es?

Mit der Vorlage des Demografieberichts der Bundesregierung im Oktober 2011 benennt die Bundesregierung die Ziele für ein demografieorientiertes Personalmanagement des öffentlichen Dienstes.

 

Der dbb greift diese Ziele auf und stellt die dbb Jahrestagung 2012 (dbb.de) unter das Motto „Demografischer Wandel – was ist zu tun?“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (dbb.de) lädt den dbb aus diesem Anlass dazu ein, an einer ressortübergreifenden Strategie zur Gestaltung des demografischen Wandels mitzuarbeiten und so auch die Rahmenbedingungen für den öffentlichen Dienst mitzugestalten.

 

Unter dem Motto „Jedes Alter zählt“ verabschiedet die Bundesregierung im April 2012 ihre Demografiestrategie (www.jedes-alter-zählt.de und www.politik-fuer-alle-generationen.de) und legt gesellschaftspolitische Handlungsfelder fest, in denen durch Schaffung beziehungsweise Verbesserung von Rahmenbedingungen den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnet werden soll.

 

Auf dem Ersten Demografiegipfel der Bundesregierung (PDF) am 4. Oktober 2012 in Berlin konstituieren sich neun Arbeitsgruppen zur Umsetzung der Demografiestrategie. Führende Vertreter des dbb bringen die Positionen (siehe dbb-Infobox oben) des gewerkschaftlichen Dachverbandes in die Debatte um Probleme, Chancen und Potenziale des demografischen Wandels ein. Unter dem Motto „Der öffentliche Dienst als attraktiver und moderner Arbeitgeber“ richtet die Bundesregierung eine der Arbeitsgruppen speziell zur Sicherung der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes in Deutschland ein. Diese Arbeitsgruppe, die AG F, wird von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich geleitet und dabei von zwei Ko-Vorsitzenden unterstützt. Seit Januar 2013 nimmt diese Funktion für den dbb der Fachvorstand Beamtenpolitik und stellvertretende Bundesvorsitzende Hans-Ulrich Benra (dbb.de) wahr.

 

Die AG F hat sich für ihr Arbeitsprogramm auf folgende Leitsätze verständigt:

 

Leitsatz 1: Die Leistungsfähigkeit der Verwaltung lässt sich nur erhalten, wenn der öffentliche Dienst für Fachkräfte und qualifizierte Nachwuchskräfte attraktiv bleibt. Die Potenziale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen durch individuell zugeschnittene Förderung ihrer Kompetenzen während des gesamten Berufslebens besser genutzt werden.

 

Leitsatz 2: Familienfreundliche Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten sind ein Wettbewerbsvorteil, um Fachkräfte für den öffentlichen Dienst zu gewinnen und zu sichern. Sie tragen auch dazu bei, die Erwerbspotenziale insbesondere von Frauen zu steigern oder zu binden.

 

Leitsatz 3: Der Anteil älterer, erwerbstätiger Menschen ist in den letzten Jahren gestiegen und wird in den nächsten Jahren weiter steigen. Um die Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten auch mit zunehmendem Alter zu erhalten, müssen die Beschäftigten ihrer Lebensphase entsprechend hinreichend unterstützt und auch der öffentliche für eine Kultur der längeren Arbeitens sensibilisiert werden.

 

In der AG „Mobilisierung aller Potenziale zur Sicherung der Fachkräftebasis“ arbeitet Willi Russ, Fachvorstand Tarifpolitik und Zweiter dbb Vorsitzender, mit. In der AG „Familie als Gemeinschaft stärken“ wird der dbb durch die stellvertretende Bundesvorsitzende Kirsten Lühmann vertreten. Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach gehört der AG „Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten“ an.

 

Auch auf dem Gewerkschaftstag des dbb (dbb.de) im November 2012 in Berlin steht das Thema Demografie ganz oben auf der Agenda. Der neu gewählte Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt fordert die Politik zu einem Demografiepakt auf, um der drängenden Probleme Herr zu werden – „als Ausbildungspakt, als Beschäftigungspakt und als Ruhestandspakt“.

Wie geht es weiter?

Die Abschlussberichte der Arbeitsgruppen sollen auf dem Zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung am 14. Mai 2013 in Berlin veröffentlicht werden. Bei der Erarbeitung der Handlungsempfehlungen hat der dbb wiederholt gefordert, dass nicht nur konkrete Maßnahmen (weiter-)entwickelt werden, sondern dafür auch die erforderlichen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Als Handlungsfelder im öffentlichen Dienst sind vier Schwerpunkte erarbeitet worden: Personalbedarfsanalyse, Qualifizierung und Wissenstransfer, Familienfreundliches Arbeiten sowie Arbeitsfähigkeit sichern.

 

April 2013

 

Mehr zum Thema

Öffentlicher Dienst: Demografiestrategie gewinnt an Kontur (dbb.de, 31. Mai 2016)

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9. Forum Personalvertretungsrecht: Demografie (mit)gestalten (dbb magazin, Juni 2013, PDF)

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