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Rede des 1. Vorsitzenden der dbb tarifunion Frank Stöhr bei der Großdemo des Aktionsbündnisses "Rettet die Krankenhäuser"

Kolleginnen und Kollegen!

Es ist gut Euch hier zu sehen!
Es ist gut Euch hier zu hören!
Es ist gut Euch hier zu spüren!

Und es ist gut, dass wir hier und heute gemeinsam eine klare Botschaft aussenden:

Wir kämpfen für die Krankenhäuser in unserem Land!
Wir kämpfen für eine gute Patientenversorgung!
Und wir kämpfen für eine gerechte Bezahlung in den Krankenhäusern!

Und deshalb rufen wir laut und deutlich:
Der Deckel muss weg!

Frank Bsirske, Rudolf Kösters und Christian Ude haben hier heute schon wichtige Argumente für unsere Sache vorgetragen.

Gewichtig werden diese Argumente dadurch, dass Ihr hier seid
Gewichtig werden diese Argumente, weil heute 120.000 Menschen sagen: So nicht! Nicht mit uns!
Gewichtig werden diese Argumente, weil wir sie gemeinsam vortragen.

Gemeinsam heißt, viele Organisationen und viele Menschen haben sich hier im politischen Berlin versammelt, um sich einzumischen.

Weil uns nicht passt, dass die Politik die Lichter in den Krankenhäusern ausknipst!
Weil uns nicht passt, dass medizinische Versorgung in Deutschland zum Luxusgut wird.
Weil uns nicht passt, dass die Beschäftigten in den Krankenhäusern zu bloßen Kostenfaktoren degradiert werden.

Das gilt für Ärzte, Pfleger, Köche, Reinigungskräfte, die Verwaltung und alle anderen Berufsgruppen gleichermaßen.
Sie alle werden gebraucht. Medizinischer Erfolg und gute Pflege sind ein sensibles Gut.
Eine Handelsware sind sie nicht.

Natürlich – wirtschaftlich müssen unsere Krankenhäuser arbeiten. Aber das tun sie längst.
Vor allem durch Eure Leistungsbereitschaft, durch Euer Engagement!

Die Leistung stimmt. Ausstattung und Bezahlung sind das Problem!
Und das passt uns schon lange nicht. Deshalb sind wir heute hier und rufen laut und deutlich:
Die Krankenhäuser dürfen nicht kaputtgespart werden.
Dafür kämpfen wir!

In Wahrheit geht es aber nicht um Wirtschaftlichkeit.
Es geht darum, dass es billig sein soll.
Medizin zum Sparpreis wird angestrebt.
Nur offen gesagt wird es nicht!

Wir wissen, dass niemand dauerhaft volle Leistung bringen kann, wenn er chronisch übermüdet ist, wenn seine Übermüdung im Dienstplan quasi eingeplant wird.

Wir wissen, dass gerade Ärzte und das Pflegepersonal für ihre lebenswichtige Arbeit vernünftige Arbeitszeiten und eine gerechte Bezahlung brauchen.

Aber weißt das die Politik?

Die Politik  - wer ist das in unserem Fall?
Wer hat den Deckel auf die Krankenhäuser gepfropft?
Wer ist verantwortlich?

Zwei große Volksparteien bestimmen hier in Berlin, ein paar Schritte von hier, dass die Krankenhäuser in Deutschland mit weniger Budget mehr leisten müssen.
CDU/CSU und SPD haben gemeinsam die völlig unsinnige Deckelung der Budgets verabredet und die Länder machen auch nur beim allgemeinen Schwarze-Peter-Spiel um die Verteilung der Schuldfrage mit.

Auf diese Weise wird
jenseits aller Belastungen,
jenseits aller Fakten
und jenseits aller bereits erbrachten Einsparungen weiter an der Sparschraube gedreht.

Die Folgen erlebt Ihr tagtäglich bei Eurer Arbeit. Wer mit Hilfe der unseligen DRGs Kosten minimieren will,
- der wird erleben, dass dies zu Personalabbau,  zu Unterversorgung von Patienten und zu Lohndumping führen muss,
- der wird erleben, dass Krankenhäuser lieber möglichst viele „lukrative“ Behandlungen durchführen, die sich rechnen,
- und der wird schließlich erleben, dass in den Krankenhäusern eine Patientenbehandlung, die nicht gewinnträchtig ist, vermieden wird.

Das ist keine Zukunftsmusik oder vielmehr Horrorvision.
Das ist die Gegenwart. Das ist die unmittelbare Folge des Deckels.

Deshalb sage ich, deshalb sagen wir:

Der Deckel muss weg!

Der Deckel ist ein Angriff auf die Tarifautonomie im Krankenhausbereich.

Der Deckel entwertet hochqualifizierte Berufe.

Der Deckel friert die Einkommen von Pflegern, Ärzten und allen anderen Beschäftigten im Krankenhausbereich ein, während das Leben täglich teurer wird.

Ich male den Teufel nicht an die Wand.
Ich beschreibe nur, was bei der letzten Einkommensrunde mit Bund und Kommunen bereits drohend vor der Tariftür stand.

Da solltet ihr von der allgemeinen Tarifentwicklung abgekoppelt werden.
Einfach mal weniger kriegen als die übrigen Kollegen im Öffentlichen Dienst.

Weil ihr faul seid?
Weil ihr nicht gebraucht werdet?
Weil der Job im Krankenhaus so leicht von der Hand geht?

Oder etwa weil der Politik hier in Berlin auch nicht mehr einfällt als jedem zweitklassigem Unternehmer?

Die versuchen nämlich auch jedes Problem über die Personalkostenschraube zu lösen Wir aber lassen nicht zu, dass Wirtschaftlichkeit nur ein anderes Wort für Lohndumping und Stellenstreichung ist. Das ist nämlich der falsche Weg!

Aber wir lassen uns nicht immer weiter ausquetschen!
Deshalb sind wir heute hier!
Deshalb kämpfen wir heute für unsere Krankenhäuser!

Ansonsten ist bald all das weg, was unsere Krankenhäuser und unsere medizinische Versorgung jahrzehntelang ausgezeichnet hat.

Kolleginnen und Kollegen!
Es geht nicht darum, Konkurrenz und Wirtschaftlichkeit auszublenden.
Es geht nicht darum, für Ärzte, Pfleger sowie die Beschäftigten im Service und der Verwaltung ein Sahnehäubchen zu erstreiten.
Es geht auch nicht darum, dass wir uns weigern, anzuerkennen, dass Wirtschaft, Gesellschaft und Medizin einem ständigen Wandel unterliegen.

Aber es geht sehr wohl darum, dass Gesundheit zwar einen hohen Wert hat, aber keine Ware ist.
Und es geht auch darum, dass unser Land und unsere Gesellschaft solidarisch organisiert sind und sein wollen.

Das gilt für den sensiblen Bereich der Gesundheitsversorgung in besonderer Weise. Das gilt aber auch für Bereiche wie Bildung und Sicherheit.

Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die bundesweit vergleichbare Standards bietet, in Mecklenburg-Vorpommern wie in Bayern,
Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die allen Bürgern hochwertige medizinische und pflegerische Leistungen garantiert,
Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die allen Beschäftigten in allen Krankenhäusern faire Arbeitsbedingungen und gute Löhne ermöglicht.

Und deshalb ist unsere klare Botschaft:
Weg mit dem Deckel!

Erfolg werden wir nur haben, wenn es uns gelingt, die großen Volksparteien, egal, ob aus christlicher oder sozialdemokratischer Überzeugung heraus, an ihre Grundlagen und Werten zu erinnern.

Wir erwarten von der Bundesregierung, von Ulla Schmidt genauso wie von Angela Merkel, dass sie Gesundheitspolitik wieder gestalten.

Kolleginnen und Kollegen,
heute haben wir laut und deutlich gesagt, was uns nicht passt.
Das war gut so.
Das wird auch nicht ungehört bleiben.
Politik denkt in Stimmpaketen.

Ihr allein seid da schon eine Macht. Wenn es uns weiter gelingt, die Bürger, die alle irgendwann mal Patient waren oder werden, von unserem Anliegen zu überzeugen, werden wir unser Ziel erreichen.

Bis dahin aber müssen wir weiterkämpfen.
Ich danke Euch für
Eure Zustimmung,
Eure Geduld
und Euer Kommen heute!

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Rede des 1. Vorsitzenden der dbb tarifunion Frank Stöhr bei der Großdemo des Aktionsbündnisses "Rettet die Krankenhäuser"

Kolleginnen und Kollegen!

Es ist gut Euch hier zu sehen!
Es ist gut Euch hier zu hören!
Es ist gut Euch hier zu spüren!

Und es ist gut, dass wir hier und heute gemeinsam eine klare Botschaft aussenden:

Wir kämpfen für die Krankenhäuser in unserem Land!
Wir kämpfen für eine gute Patientenversorgung!
Und wir kämpfen für eine gerechte Bezahlung in den Krankenhäusern!

Und deshalb rufen wir laut und deutlich:
Der Deckel muss weg!

Frank Bsirske, Rudolf Kösters und Christian Ude haben hier heute schon wichtige Argumente für unsere Sache vorgetragen.

Gewichtig werden diese Argumente dadurch, dass Ihr hier seid
Gewichtig werden diese Argumente, weil heute 120.000 Menschen sagen: So nicht! Nicht mit uns!
Gewichtig werden diese Argumente, weil wir sie gemeinsam vortragen.

Gemeinsam heißt, viele Organisationen und viele Menschen haben sich hier im politischen Berlin versammelt, um sich einzumischen.

Weil uns nicht passt, dass die Politik die Lichter in den Krankenhäusern ausknipst!
Weil uns nicht passt, dass medizinische Versorgung in Deutschland zum Luxusgut wird.
Weil uns nicht passt, dass die Beschäftigten in den Krankenhäusern zu bloßen Kostenfaktoren degradiert werden.

Das gilt für Ärzte, Pfleger, Köche, Reinigungskräfte, die Verwaltung und alle anderen Berufsgruppen gleichermaßen.
Sie alle werden gebraucht. Medizinischer Erfolg und gute Pflege sind ein sensibles Gut.
Eine Handelsware sind sie nicht.

Natürlich – wirtschaftlich müssen unsere Krankenhäuser arbeiten. Aber das tun sie längst.
Vor allem durch Eure Leistungsbereitschaft, durch Euer Engagement!

Die Leistung stimmt. Ausstattung und Bezahlung sind das Problem!
Und das passt uns schon lange nicht. Deshalb sind wir heute hier und rufen laut und deutlich:
Die Krankenhäuser dürfen nicht kaputtgespart werden.
Dafür kämpfen wir!

In Wahrheit geht es aber nicht um Wirtschaftlichkeit.
Es geht darum, dass es billig sein soll.
Medizin zum Sparpreis wird angestrebt.
Nur offen gesagt wird es nicht!

Wir wissen, dass niemand dauerhaft volle Leistung bringen kann, wenn er chronisch übermüdet ist, wenn seine Übermüdung im Dienstplan quasi eingeplant wird.

Wir wissen, dass gerade Ärzte und das Pflegepersonal für ihre lebenswichtige Arbeit vernünftige Arbeitszeiten und eine gerechte Bezahlung brauchen.

Aber weißt das die Politik?

Die Politik  - wer ist das in unserem Fall?
Wer hat den Deckel auf die Krankenhäuser gepfropft?
Wer ist verantwortlich?

Zwei große Volksparteien bestimmen hier in Berlin, ein paar Schritte von hier, dass die Krankenhäuser in Deutschland mit weniger Budget mehr leisten müssen.
CDU/CSU und SPD haben gemeinsam die völlig unsinnige Deckelung der Budgets verabredet und die Länder machen auch nur beim allgemeinen Schwarze-Peter-Spiel um die Verteilung der Schuldfrage mit.

Auf diese Weise wird
jenseits aller Belastungen,
jenseits aller Fakten
und jenseits aller bereits erbrachten Einsparungen weiter an der Sparschraube gedreht.

Die Folgen erlebt Ihr tagtäglich bei Eurer Arbeit. Wer mit Hilfe der unseligen DRGs Kosten minimieren will,
- der wird erleben, dass dies zu Personalabbau,  zu Unterversorgung von Patienten und zu Lohndumping führen muss,
- der wird erleben, dass Krankenhäuser lieber möglichst viele „lukrative“ Behandlungen durchführen, die sich rechnen,
- und der wird schließlich erleben, dass in den Krankenhäusern eine Patientenbehandlung, die nicht gewinnträchtig ist, vermieden wird.

Das ist keine Zukunftsmusik oder vielmehr Horrorvision.
Das ist die Gegenwart. Das ist die unmittelbare Folge des Deckels.

Deshalb sage ich, deshalb sagen wir:

Der Deckel muss weg!

Der Deckel ist ein Angriff auf die Tarifautonomie im Krankenhausbereich.

Der Deckel entwertet hochqualifizierte Berufe.

Der Deckel friert die Einkommen von Pflegern, Ärzten und allen anderen Beschäftigten im Krankenhausbereich ein, während das Leben täglich teurer wird.

Ich male den Teufel nicht an die Wand.
Ich beschreibe nur, was bei der letzten Einkommensrunde mit Bund und Kommunen bereits drohend vor der Tariftür stand.

Da solltet ihr von der allgemeinen Tarifentwicklung abgekoppelt werden.
Einfach mal weniger kriegen als die übrigen Kollegen im Öffentlichen Dienst.

Weil ihr faul seid?
Weil ihr nicht gebraucht werdet?
Weil der Job im Krankenhaus so leicht von der Hand geht?

Oder etwa weil der Politik hier in Berlin auch nicht mehr einfällt als jedem zweitklassigem Unternehmer?

Die versuchen nämlich auch jedes Problem über die Personalkostenschraube zu lösen Wir aber lassen nicht zu, dass Wirtschaftlichkeit nur ein anderes Wort für Lohndumping und Stellenstreichung ist. Das ist nämlich der falsche Weg!

Aber wir lassen uns nicht immer weiter ausquetschen!
Deshalb sind wir heute hier!
Deshalb kämpfen wir heute für unsere Krankenhäuser!

Ansonsten ist bald all das weg, was unsere Krankenhäuser und unsere medizinische Versorgung jahrzehntelang ausgezeichnet hat.

Kolleginnen und Kollegen!
Es geht nicht darum, Konkurrenz und Wirtschaftlichkeit auszublenden.
Es geht nicht darum, für Ärzte, Pfleger sowie die Beschäftigten im Service und der Verwaltung ein Sahnehäubchen zu erstreiten.
Es geht auch nicht darum, dass wir uns weigern, anzuerkennen, dass Wirtschaft, Gesellschaft und Medizin einem ständigen Wandel unterliegen.

Aber es geht sehr wohl darum, dass Gesundheit zwar einen hohen Wert hat, aber keine Ware ist.
Und es geht auch darum, dass unser Land und unsere Gesellschaft solidarisch organisiert sind und sein wollen.

Das gilt für den sensiblen Bereich der Gesundheitsversorgung in besonderer Weise. Das gilt aber auch für Bereiche wie Bildung und Sicherheit.

Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die bundesweit vergleichbare Standards bietet, in Mecklenburg-Vorpommern wie in Bayern,
Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die allen Bürgern hochwertige medizinische und pflegerische Leistungen garantiert,
Wir kämpfen für eine Krankenhauslandschaft, die allen Beschäftigten in allen Krankenhäusern faire Arbeitsbedingungen und gute Löhne ermöglicht.

Und deshalb ist unsere klare Botschaft:
Weg mit dem Deckel!

Erfolg werden wir nur haben, wenn es uns gelingt, die großen Volksparteien, egal, ob aus christlicher oder sozialdemokratischer Überzeugung heraus, an ihre Grundlagen und Werten zu erinnern.

Wir erwarten von der Bundesregierung, von Ulla Schmidt genauso wie von Angela Merkel, dass sie Gesundheitspolitik wieder gestalten.

Kolleginnen und Kollegen,
heute haben wir laut und deutlich gesagt, was uns nicht passt.
Das war gut so.
Das wird auch nicht ungehört bleiben.
Politik denkt in Stimmpaketen.

Ihr allein seid da schon eine Macht. Wenn es uns weiter gelingt, die Bürger, die alle irgendwann mal Patient waren oder werden, von unserem Anliegen zu überzeugen, werden wir unser Ziel erreichen.

Bis dahin aber müssen wir weiterkämpfen.
Ich danke Euch für
Eure Zustimmung,
Eure Geduld
und Euer Kommen heute!